Besen, Butter, und Erdäpfel

Beim Brauchtumsabend des Paschervereins zeigte Betty Wirnshofer, wie aus dem von Vollmilch abgesonderten Rahm Butter und schmackhafte Buttermilch im Drehbutterfass erzeugt wird. Bild: gl
Lokales
Schönsee
22.10.2014
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Für viele Besucher hatte die Veranstaltung des Paschervereins Schönseer Land Erinnerungswert: im Hutschahaus ging es um die Vermittlung von altem Brauchtum - um das Binden von Reisigbesen und das Ausbuttern.

Andreas Ebnet führte vor, wie - nicht nur früher - die Besen aus Birkenreisig hergestellt werden. Das Besenbinden war in der bäuerlichen Landwirtschaft eine Winteraufgabe, wozu oft die Wohnstube als einziger geheizter Raum genutzt wurde. Zuvor musste aber das geeignete und erreichbare Birkenreisig gesucht und heimgeholt werden. Dies meist in Bündeln auf dem Rücken. Als Bindemittel werden entweder entsprechend geschälte Birken- oder Weidenruten und erst später Bindedraht verwendet.

Nach der Fertigstellung werden die Besen noch zugerichtet und mit einem Holzstiel versehen. Reisigbesen wurden früher in Hof und Stall, aber auch im Haus verwendet, und waren deshalb nicht so kostenintensiv wie heutzutage teure Staubsauger und Spezialgeräte. Die Herstellung von Butter aus vorbereiteten Rahm zeigte Betty Wirnshofer an einem Drehbutterfass, dem Nachfolger des hölzernen Stampfbutterfasses, das vorher eingeweicht werden musste, damit es dicht wurde. Während heute der Rahm von der Molkerei bezogen werden kann, wurde er früher in der Zentrifuge selbst hergestellt. Dabei wurde mit Fliehkraft das Fett von der Kuhmilch (Vollmilch) getrennt; neben dem Rahm entstand Magermilch, aus der dann Quark erzeugt wurde.

Durch das Drehen einer Haspel im Innern des Butterfasses (früher Stampfen) konzentrieren sich die Fettpartikel in der Emulsion (Rahm) zu Butterfett und die Flüssigkeit zu Buttermilch, wobei die Temperatur eine wichtige Rolle spielt. Die Butter wird dann in Modeln zu ansehnlichen Portionen geformt, während die Buttermilch meist sofort verzehrt wird. Denn zum Ausbuttern gehörte früher wie heutzutage der unmittelbare Konsum der frischen Butter zu gekochten (häutigen) Kartoffeln, zur schmackhaften und verdauungsfördernden Buttermilch. Dies war auch der Fall beim Brauchtumsabend des Paschervereins. Dabei nutzte Vorsitzende und Bürgermeisterin Birgit Höcherl die Gelegenheit, sich bei ihrem Stellvertreter Andreas Ebnet sowie bei Betty Wirnshofer für die Vorführungen zu bedanken, aber auch bei den interessierten Besuchern.
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