Bund Naturschutz kritisiert Baumfällung an Staatsstraße
"Zerstörung des sensiblen Aschatals"

Lokales
Schönsee
11.12.2014
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Die Kreisgruppe Schwandorf des Bund Naturschutz übt heftige Kritik an den Gehölzpflegearbeiten entlang der Staatsstraße von Gaisthal nach Schönsee. In einer Pressemitteilung spricht Vorsitzender Klaus Pöhler von einer "illegalen Baufeldräumung" für den Ausbau der Staatsstraße 2159.

Für Pöhler werden damit Tatsachen im Hinblick auf den geplanten Neubau geschaffen. Die seit zwei Wochen laufenden "Abholzungen im großen Stil" würden den Bürgern schon mal einen Eindruck davon vermitteln, was beim tatsächlichen Ausbau passieren werde. Es seien nicht nur einige größere Bäume entfernt worden, sondern auch die Vegetation bis hin zur Talsohle der Ascha. Der BN forderte Behörden und Politiker zum Eingreifen auf.

Als "Schönfärberei" tat Pöhler es ab, dass es sich dabei um die üblichen Pflege- und Sicherungsmaßnahmen handeln soll. "Es ist schon reichlich seltsam, wenn das Bauamt Amberg-Sulzbach in einem kurzen Artikel in der ,Grenzwarte' vom 3. Dezember die Bevölkerung hiervon in Kenntnis setzt." Mit den Baumfäll- und Entbuschungsmaßnahmen sei da längst begonnen worden.

Laut Presseerklärung geht der Bund Naturschutz bei der "erfolgten Totalräumung des Geländes westlich der Straße" davon aus, dass für diese "vorauseilende Tatsachenschaffung" keine Genehmigung vorliegt. Eine dringende Notwendigkeit dieser Pflegemaßnahmen, die vorher noch nie so stattgefunden hätten, sei nicht gegeben und trage ebenso wenig zur Sicherheit des Straßenverkehrs bei.

"Es ist davon auszugehen, dass es sich bei diesen Arbeiten um eine illegale Baufeldräumung ( . . .) im Hinblick auf die zu erwartende Planfeststellung der Staatsstraße 2159 handelt", so Klaus Pöhler weiter. Der BN sieht die Behörden in der Pflicht, Konsequenzen aus der begonnenen Zerstörung des sensiblen Aschatales in der Schutzzone des Naturparks Oberpfälzer Wald zu ziehen. Damit würden langfristige Schäden am Natur- und Landschaftsbild einer ganzen Region in Kauf genommen und ein zentrales Kapital der Tourismuswirtschaft entwertet.
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