Einsatz um sozialen Fortschritt

Lokales
Schönsee
24.04.2015
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Für die Rechte der Arbeitnehmer haben sie sich seit mehreren Jahrzehnten stark gemacht. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat mehrere Mitglieder für ihre Treue gewürdigt.

Die Ehrungen der Gewerkschafter aus dem Altlandkreis fanden im Hotel "Sankt Hubertus" statt. Verdi-Ortsvorsitzender Peter Forster leitete den Festakt mit einer Gedenkminute für die verstorbene Helga Reissner ein, die für 25-jährige Treue hätte geehrt werden sollen.

Viele befristete Verträge

Danach blickte Forster auf besondere Ereignisse zurück, die beim Eintritt der Verdi-Jubilare vor 25, 40 oder 50 Jahren das Weltgeschehen geprägt hatten. Der Ortsvorsitzende warf einen kritischen Blick auf die aktuelle Situation. Derzeit seien in Deutschland 6,5 Millionen Menschen im Niedriglohnbereich beschäftigt, die Durchschnittsrente betrage 1176 Euro. Forster prangerte an, dass 42 Prozent aller neuen Arbeitsverträge zeitlich befristet seien, besonders Frauen und jüngere Arbeitnehmer seien davon betroffen. Nicht zuletzt deswegen bleibe der Einsatz der Gewerkschaften weiterhin aktuell. Den Mitgliedern empfahl er, aufmerksam die Gewerkschafszeitung zu lesen, auch um auf die vielen Fördermöglichkeiten aufmerksam zu werden.

"Die Mehrheit der Menschen muss ihre Arbeitskraft verkaufen, um leben zu können", stellte Christian Dietl, beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Geschäftsführer der Region Oberpfalz, heraus. Die Arbeitsverhältnisse und der dabei erhaltene Lohn seien auch ein Spiegelbild der gesamten Gesellschaft, verdeutlichte er. Dietl wandte sich an die Jubilare und würdigte ihre Mitarbeit in der Gewerkschaft. Über Jahrzehnte hinweg hätten sie sich für eine "soziale und menschenwürdige Gestaltung" der Arbeitsverhältnisse eingesetzt. Er kam auf die Erfolge zu sprechen, gleichzeitige dürfe aber auch nicht die "segensreiche Bedeutung der Unzufriedenheit" übersehen werden. Denn Unzufriedenheit sei auch der Motor für sozialen Fortschritt.

Weiter für Mindestlohn

Für Dietl ist es höchste Zeit gewesen, den von den Gewerkschaften vorgeschlagenen Mindestlohn einzuführen. Gerade im Hinblick auf zahlreiche Beschäftigte im Niedriglohnbereich müsse dieser Weg konsequent weiter gegangen werden.

Für die Stadt Schönsee gratulierte Dritter Bürgermeister Josef Höcherl den Jubilaren. Er sei von der Bedeutung der Gewerkschaften überzeugt. Zum Abschluss bedankte sich Ortsvorsitzender Forster mit einem Geschenk beim DGB-Geschäftsführer.
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