Fahrplan für "Zukunftsraum"

Lokales
Schönsee
24.02.2015
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25 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhangs gibt es noch viele Strukturprobleme im Grenzgebiet. Die Zusammenarbeit wird deshalb auf die politische Schiene gehoben, um eine "Verflechtungsregion" zu schaffen. Die erste Sitzung des Regionalforums Bayern-Tschechien fand gestern in Schönsee statt.

Gleich vorneweg: Heimatminister Markus Söder hatte zwar eingeladen, konnte aber nicht kommen. "Die Debatte um Griechenland fordert auch den Finanzminister", erklärte Staatssekretär Albert Füracker aus Lupburg, der den Vorsitz bei der konstituierenden Sitzung des Regionalforums im Centrum Bavaria Bohemia inne hatte.

Erste Analysen

Teilnehmer waren hochrangige Vertreter aus dem "Verflechtungsraum", der die Regierungsbezirke Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern sowie die tschechischen Regionen Karlsbad, Pilsen und Südböhmen umfasst. Bevor die Politiker hinter verschlossenen Türen im Gewölbesaal debattierten, war ein Pressegespräch mit Staatssekretär Albert Füracker und Klára Dostálová, Erste Stellvertreterin der Ministerin für Regionale Entwicklung der Tschechischen Republik angesetzt.

Nach der Vertragsunterzeichnung im Juni 2014 in Pilsen, wurde ein Entwicklungsgutachten in Auftrag gegeben. "Die Sitzung dient dazu, eine Vernetzung herzustellen und erste Analyseergebnisse zu besprechen", informierte Füracker. Dabei wolle man nicht das "Rad neu erfinden", sondern bestehende grenzüberschreitende Aktivitäten verstärken.

"Gut, dass wir nicht in München tagen, sondern in Schönsee", freute sich Klára Dostálová. Das Forum sei eine sehr wichtige Plattform mit dem gemeinsamen Ziel, im bayerisch-tschechischen Grenzraum besser leben zu können. Dies hänge auch mit der Finanzierung zusammen, wobei sie aber hoffe, dass nicht nur EU-Mittel, sondern auch Bund, Land, Städte und Gemeinden sich einbringen, wenn Förderpartner für Projekte gesucht werden.

Acht Schwerpunkte

"Zu acht größeren Punkten kann ich mich bisher äußern", meinte Füracker. So werde an einer touristischen Einheit gearbeitet. Beim Aspekt "demografischer Wandel" gehe es darum, dass junge Menschen nicht nur in Regensburg zuwandern. Hier müsse die Wirtschaft mit innovativen Jobs mithelfen. Doch auch Schulen und Krankenhaus seien wichtig. "Die Perspektive liegt darin, intensiver grenzüberschreitend zu denken. Wir wollen dazu zentrale Orte benennen", betonte der Staatssekretär. Bei der Bildung gebe es bereits Verbundstrukturen; Ziel sei eine bayerisch-tschechische Universität. Auf dem Feld "Kultur" ackern seit 25 Jahren viele lokale Akteure. Anders sieht es bei der Verkehrsinfrastruktur aus. "Im Schienenverkehr sind Frequenz und Schnelligkeit viel zu niedrig", monierte der Staatssekretär, der aber auf eine Optimierung der bestehenden Verkehrswege setzt.

Thema des Forums war natürlich auch die technische Infrastruktur mit dem Sorgenkind "Breitbandausbau" und der Abstimmung der LTE-Nutzung für die Mobilfunkfrequenz. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung soll im Grenzraum besonders auf die Branchen Auto, Maschinenbau und Metallbau gesetzt werden. "Horst Seehofer hat Türen aufgemacht. Wir können jetzt vieles auf die Stufe ,staatliches Handeln' stellen", bekräftigte Albert Füracker. (Seite 5)
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