Fast schon weg vom Öl

Staatssekretär Franz Josef Pschierer (rechts) übergibt Stephan (links) und Günther Irlbacher den Preis, der die umfassenden Anstrengungen beim Energiesparen in der Glasverarbeitung honoriert. Bild: eib
Lokales
Schönsee
20.10.2014
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Andere träumen von der "Null-Emissionsfabrik", die Firma Irlbacher ist auf dem besten Weg dorthin. Dafür gab es jetzt den Bayerischen Energiepreis. Bei der Verleihung war die ausgeklügelte Firmenpolitik nicht länger ein Geheimnis.

Das Schönseer Unternehmen Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH stand heuer schon zum zweiten Mal im Rampenlicht. Nach der Auszeichnung "Best Fifty" für Bayerns 50 entwicklungsstärkste Unternehmen im Sommer kam jetzt ein neuer Preis hinzu: Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreichte im Festprogramm des 8. Symposiums "Energie Innovativ" in Nürnberg den mit 2000 Euro dotierten Bayerischen Energiepreis 2014 in der Kategorie "Energiekonzepte und Initiativen" an die Geschäftsführer Günther und Stephan Irlbacher.

Den Preis erhielt die Firmengruppe für verantwortungsvollen Umgang mit Energie. Das betriebliche Gesamtkonzept des Unternehmens überzeugte die Jury aus sieben Energie-Experten bayerischer Hochschulen. Ausschlaggebend war auch der Umstand, dass das Unternehmen drei Viertel der jährlichen Kohlendioxid-Emissionen in Höhe von circa 300 Tonnen einsparen kann.

Konsequente Strategie

Über 160 Unternehmen, Forschungsinstitute, Städte, Kommunen, Verbände, Teams und Privatpersonen reichten Unterlagen ein, unter ihnen die Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH, bedeutendes Oberpfälzer Unternehmen in der Glasbearbeitung und Glasveredelung mit inzwischen über 500 Mitarbeitern. Bei der Preisübergabe drückten Stephan und Günther Irlbacher gegenüber Staatssekretär Pschierer ihre Freude aus, dass mit dieser Auszeichnung die vor zehn Jahren im Unternehmen begonnene, seitdem Schritt für Schritt und sehr konsequent umgesetzte Strategie des verantwortungsvollen Umgangs mit Energie nun öffentlich gewürdigt wird. In seiner Festrede zählte Staatssekretär Pschierer Innovationen für effiziente Energiegewinnung und deren Nutzung zu den Säulen, die den Ruf Bayerns als Standort für Spitzentechnologie im Energiebereich untermauern. Die Dachmarke "Bayern Innovativ" setze auf Unternehmen wie die Firma Irlbacher, die neben ihrer Kernkompetenz in der Glasbearbeitung auch energetische Fragen im Fokus hat.

Gegen Kostenspirale

Mit dem Wachsen des Unternehmens steigerten sich Energiebedarf und Betriebsaufwand. Dieser Kostenspirale wollte sich das Schönseer Unternehmen nicht ausliefern und bezog seit Jahren bei jedem Investitionsschritt zukunftsorientierte energetische Lösungen mit ein. "Jetzt sind wir fast weg vom Öl", untermauerte Firmenchef Josef Irlbacher den Erfolg des Unternehmens beim Reduzieren des Energieverbrauchs.

Seit Jahren widmet sich Geschäftsführer Günther Irlbacher mit Leidenschaft den planerischen, baulichen und technischen Lösungen, um die Idee einer "Null-Emissionsfabrik" Wirklichkeit werden zu lassen.

Im Zusammenspiel mit Fachleuten, eigener Kompetenz und Investitionsbereitschaft entstand ein Konzept, das ein Höchstmaß an Energieeffizienz, den Einsatz erneuerbarer Energiesysteme und die absolute Minimierung des Kohlendioxid-Ausstoßes vereint. Um eine nennenswerte Reduzierung von Wasserverbrauch, Strom-, Heiz- und Kühlkosten zu erreichen, investierte Irlbacher in aufwendige Mess- und Überwachungsanlagen zur Regelung der Gebäudetechnik, setzte in den Produktions- hallen ein hocheffizientes LED-Lichtkonzept um, realisierte die Beheizung im Neubaubereich ohne Einsatz fossiler Brennstoffe und bereitet stündlich eine Million Liter Wasser im Kreislauf für die Aufrechterhaltung des Schleifbetriebs auf.
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