Fördertopf regt Fantasie an

Nachdem nur noch Grundschüler in Schönsee unterrichtet werden, drückt die Stadt der Leerstand Hauptschule. Viel Geld müsste investiert werden, um das Gebäude für andere Nutzungen fit zu machen. Die Chance auf einen Zuschuss aus dem EFRE-Fördertopf will der Stadtrat nutzen und investiert in ein Entwicklungskonzept. Bild: gl
Lokales
Schönsee
25.09.2014
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"In die Schule könnte man vieles reinpacken!" Der Stadtrat Schönsee sprach sich einstimmig für die Beteiligung am Entwicklungskonzept zur Aufnahme in das EFRE-Förderprogramm aus. Denn neben dem Leerstand Hauptschule benötigt auch das Moorbad dringend eine "Erfrischungskur".

Manuel Lischka, LAG-Regionalmanager im Brückenland Bayern-Böhmen, ist derzeit viel unterwegs. In allen zwölf Kommunen der lokalen Aktionsgruppe wirbt er für die Teilnahme am Förderwettbewerb EFRE. Die Zeit drängt, denn bis 15. Dezember muss ein fertiges Konzept mit Kostenaufstellung bei der Regierung der Oberpfalz vorliegen.

Bis zu 80 Prozent

Von sieben Handlungsfeldern sind mindestens zwei zu bearbeiten, die in allen Gemeinden im Allianzbereich eine Rolle spielen, wie die Revitalisierung von Gebäudeleerständen. "EFRE im Rahmen der IRE-Maßnahmen verspricht 70 bis 80 Prozent Förderung", so Lischka. Auch die förderfähigen Kosten seien höher als in anderen Programmen. "Wir nehmen neue Projekte und solche, die wir schon in der Schublade haben", so der LAG-Geschäftsführer.

Für Schönsee biete sich das Moorbad als Aufwertung zum Freizeitpark und der Leerstand Hauptschule an. Die Volksschule wurde 1964/65 errichtet und 1974/75 erweitert. Der Neubauteil (mit Aula) steht leer, nachdem die verbliebenen Grundschulklassen im "Altbau" unterrichtet werden. Der Fördertopf für die Jahre 2014 bis 2020 ist mit 71 Millionen Euro gut gefüllt. Maximal 15 Allianzen in Bayern kommen zum Zug und erhalten zwischen vier und sieben Millionen Euro. Da die Kommunen der Leerstandsoffensive schon viele Daten gesammelt haben, seien die Chancen sehr gut, im engen Zeitkorsett zu bestehen, so Lischka. Das Planungsbüro u.m.s. in Leipzig wird das Konzept ausarbeiten, wozu ein Architekt vor Ort die Kostenschätzung für die Vorhaben liefert. Maximal 50 000 Euro sind hier veranschlagt (70 Prozent Förderung). Rund 2000 Euro entfallen auf Schönsee.

"Dieses Geld ist gut investiert. Ich schlage dem Stadtrat vor, hier mitzumachen", sagte Bürgermeisterin Birgit Höcherl und verwies auf die Chance, einige Millionen Euro in die Region zu bekommen. Bei Tagesordnungspunkt zwei lag ein Antrag der Stockschützen auf Gewährung eines zinslosen Darlehens vor. Wie die Bürgermeisterin ausführte, werden 7000 Euro für die Fertigstellung des Funktionsgebäudes einschließlich WC-Anlage und Abwasser-Hebepumpe auf dem Gelände am Steinbühl bei Dietersdorf benötigt. 700 Euro könnten die Stockschützen pro Jahr an die Stadt zurückzahlen; eventuell auch Sonderzahlungen.

Zaun und Pflaster zahlen

Stadtrat Andreas Hopfner lobte den aktiven Verein für sein Vorhaben und schlug vor, dass die Stadt die Bürgschaft übernehmen könnte, wenn die Stockschützen das Darlehen selber bei der Bank aufnehmen. Weitere Wortmeldungen sahen es jedoch als den einfacheren Weg an, das Geld direkt auszulegen. Der Antrag wurde schließlich ohne Gegenstimme angenommen.

Neben dem Neubau der Kinderkrippe gab es auch Instandhaltungsmaßnahmen am Kindergarten. Ein neuer Gartenzaun sowie eine breitere und gepflasterte Zufahrt schlagen mit 69 000 Euro zu Buche. "20 Prozent davon trägt die Kirche. 80 Prozent die drei Gemeinden", informierte Birgit Höcherl. Die 55 200 Euro werden nach Einwohnerzahlen umgelegt: Weiding 7700 Euro, Stadlern 8100 Euro, Schönsee 39 400 Euro. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als dies so hinzunehmen", meinte die Bürgermeisterin. Der Beschluss erfolgte einstimmig.
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