Für ein gefälliges Ortsbild

Hubert Seidler und Alexander Lukas vom Amt für Ländliche Entwicklung sortieren mit Landschaftsarchitekt Andreas Thammer (von links) die schriftlich fixierten Notizen der Versammlungsteilnehmer nach Schwerpunktthemen. Bild: mmj
Lokales
Schönsee
04.02.2015
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Den Auftrag, Hausaufgaben zu machen, haben alle Teilnehmer der Arbeitskreissitzung im Aufenthaltsraum der Feuerwehr bekommen: das Amt für Ländliche Entwicklung, das Planungsbüro, die Vertreter der Stadt und auch die Bürger von Dietersdorf.

Ziel soll dabei sein, aufgrund der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, Änderungen im Ortsbild einfließen zu lassen. Der finanziellen Belastung der Bewohner soll aber keine untergeordnete Rolle beigemessen werden.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl begrüßte dazu Hubert Seidler und Alexander Lukas vom Amt für Ländliche Entwicklung, Landschaftsarchitekt Andreas Thammer, Bürgermeister-Stellvertreter Josef Höcherl, Mathias Jeitner von der Verwaltung und einige Stadträte. Sie erwarte sich von diesem Abend, dass Ideen dazu eingebracht werden, wie der Ort weiter nach vorne gebracht werden könne, so die Bürgermeisterin.

"Was ist in Ordnung und wo besteht Handlungsbedarf?" Diese Frage sollten sich, so Hubert Seidler, die Anwesenden stellen und soweit möglich Antworten dazu geben. Beim Straßenbauamt habe man einen Aufschub des Straßenausbaus von einem Jahr bekommen. Jetzt sei es an der Zeit, einen Blick auf den Ort zu werfen und zu überlegen, welche Ziele bei der Gestaltung des Ortsbildes im Zuge der Maßnahme erreicht werden können. An Schautafeln mit einem Luftbild des Ortes konnten die Versammlungsteilnehmer auf so manche neuralgische Punkte hinweisen. Als Diskussionsgrundlage sollten die Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen Stärken und Schwächen im Ort zu Papier bringen und diese dann in der Runde vortragen.

Ideen einbringen

Zum jetzigen Zeitpunkt werde man sich seitens der Stadt mit Vorschlägen zurückhalten, meinte die Bürgermeisterin, "die Bürgerinnen und Bürger sollten ihre Ideen einbringen!" Eine Entscheidung müsse letztendlich dennoch vom Stadtrat getroffen werden. Die Ergebnisse stellten die Stadträte Reinhard Kreuzer, Josef Eibauer und Andreas Kulzer vor. Positiv wurden unter anderem das aktive Vereinsleben mit Erhalt von Traditionen und die Kirche in der Ortsmitte hervorgehoben. Pluspunkte gab es ebenso für die Rundwege und die Waldnähe des Ortes.

Als Schwachpunkte sahen viele den vielen Asphalt nahe der Kirche, vereinzelt zu viele Betonmauern und den Zustand der Gehsteige und Bordsteine für Kinder und Senioren. Die Sinnhaftigkeit des Schlauchturms am alten Feuerwehrhaus wurde diskutiert. Wünschenswert sei eine Fußgänger- und Radfahrer-gerechte Verbindung zwischen Dietersdorf und Weberhäuser und nach Stadlern. "Dem Dorf fehlt der Mittelpunkt" wurde genauso festgestellt wie die Tatsache, dass Autofahrer bei ihrer Fahrt an den Ortseingängen und durch den Ort zu sehr aufs Gaspedal drücken.

Ob Dorfstraße oder Gehwege, Radweg, Dorf- oder Spielplatz, überall sahen die Ortsbewohner Handlungsbedarf. Ob man einen zweiten Gehweg braucht wurde ebenso hinterfragt, wie die Möglichkeit, ob punktuell und in welcher Form die Ortsdurchfahrt verengt werden könne. Schon in der Diskussion war festzustellen, dass der Straßenbau die größte Baustelle in der Runde bildete. Hier tauchte die Frage auf, bei welcher Form der Straßengestaltung Kosten auf die Anlieger zukommen könnten. Die Bürgermeisterin stellte fest, dass es schwierig sei eine Lösung zu finden, die allen gerecht werde. Vorrang hätten die Aufgaben, die im Zuge der Straße erforderlich seien. Die Bürger können und sollten den Prozess mitgestalten, aber "die Zeit drängt" mahnte Birgit Höcherl.

Ausbaubeiträge prüfen

Laut Hubert Seidler seien für einen Dorferneuerungsplan die Themen bis zum Frühjahr planerisch festzulegen, die dann den Bürgern vorgestellt werden. Für Landschaftsarchitekt Andreas Thammer sollten sich weitere Arbeitskreise, etwa "Dorfmitte", "Grünflächen an der Straße", detailliert mit diesen Sachthemen beschäftigen. Die Vertreter der Stadt und der Behörden werden kurzfristig mit Behördenvertretern und der Rechtsaufsicht abklären, wieweit Ausbau- und Gestaltung der Ortsdurchfahrt für die Anlieger kostenneutral erfolgen könne.

Einig waren sich nach über zwei Stunden Diskussion alle darüber, dass Ergebnisse nur über Abstriche, Zugeständnisse und Kompromisse gefunden werden können.
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