"Geschenk" nimmt Formen an

Fünf Unterrichtssäle und 26 Zimmer hat das alte Schulhaus in Schönsee. "Zu groß für eine Sanierung", stellten die Fachstellen jetzt fest und tolerieren den Abbruch an der Hauptstraße. Allerdings nur mit Ersatzneubau. Bild: gl
Lokales
Schönsee
21.11.2014
1
0

Die Behörden sind mit dem Abbruch des alten Schulhauses in Schönsee einverstanden. "Wir sind dadurch einen großen Schritt weitergekommen", sagte Bürgermeisterin Birgit Höcherl in der Stadtratssitzung. Der Beschluss, ob die Stadt das Geschenk annimmt, folgt erst noch.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl gab in der Sitzung am Mittwoch einen Sachstandsbericht zum alten Schulhaus in Schönsee, 1889 direkt unterhalb der Kirche erbaut. Das 31 Meter lange, dreistöckige Gebäude, war bis 1964 Grund- und Hauptschule.

Kleinerer Ersatzbau

"Wie dem Stadtrat bekannt ist, wurde uns das Grundstück von den zwölf Teileigentümern zur Schenkung angeboten", sagte Höcherl. Wie sie weiter ausführte, habe am 15. Oktober eine Besprechung mit Baudirektorin Birgitt Niegl bei der Regierung der Oberpfalz stattgefunden, um abzuklären, ob die Abteilung für Städtebauförderung einen Abbruch und eine Neugestaltung fördern würde. Dabei wurden bereits Planungsvorschläge des Architekten Siegi Wild vorgestellt. "Förderfähig wäre die Maßnahme, wenn das Grundstück für einen künftigen Ersatzbau, auch in kleineren Dimensionen, frei bliebe", fasste die Bürgermeisterin zusammen.

In einer weiteren Besprechung, am 5. November mit Dipl. Ing. Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege, wurde die von der Regierung favorisierte Planvariante besprochen. Vor dem Hintergrund der Leerstände sah Karl durchaus die Hürde für die Stadt, den überdimensionalen Baukörper zu sanieren und einer nachhaltigen Nutzung zuzuführen. Ein Abbruch, mit der vorgestellten städtebaulich vertretbaren Neugestaltung (Planvariante mit reduzierten Ersatzbau), könnte von seiner Seite toleriert werden. Er gab aber zu verstehen, dass der Baukörper aus Sicht des Denkmalschutzes zumindest in Teilen erhaltenswert erscheint.

Für den 24. November ist ein Gespräch mit Baudirektor Gottfried Weishäupl vom Straßenbauamt Amberg-Sulzbach terminiert, um schon jetzt die Vorgaben bei möglichen Abbrucharbeiten an der Hauptstraße zu klären. "Es geht auch um Änderungen bei der Verkehrssituation", informierte Höcherl.

Informationsabend

Nachdem die maßgeblichen Fachstellen ihre grundsätzliche Zustimmung zum Abbruch signalisiert haben, hat die Verwaltung bereits Kontakt mit dem Notariat in Oberviechtach aufgenommen. "Dabei soll geklärt werden, ob das Anwesen weitgehend lastenfrei übernommen werden kann", betonte die Bürgermeisterin. Da noch nicht bekannt ist, was beim Eigentumsübergang zu beachten ist, wird der Beschluss, ob die Stadt das Schulhaus übernimmt, erst Thema einer späteren Sitzung sein. Über das "Areal am Schulhaus" soll die Bevölkerung bei einer Versammlung im Januar/Februar 2015 informiert werden. Dabei wird der städtebauliche Berater Siegi Wild Fragen beantworten und aufzeigen, wie der Platz künftig aussehen soll.

"Brauchen wir ein Gebäude?", fragte Peter Pfaffl nach, wozu Höcherl betonte, dass dies nur das Ziel sei. "Wir müssen nicht gleich bauen." Möglicherweise könnte das Grundstück längerfristig auch für kirchliche Belange interessant sein.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.