Gewässerschutz hat seinen Preis

Seit dem 25. Juni ist die Photovoltaikanlage auf dem neuen Klärwerk in Betrieb. Die Stadt geht davon aus, dass etwa ein Drittel der Stromkosten in der Kläranlage damit abgedeckt werden können. Bild: gl
Lokales
Schönsee
23.07.2015
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Klärwärter Martin Pfistermeister stellte erste Erfahrungswerte aus der neuen Kläranlage vor, mit der die Stadt nun eine Menge Abwasserabgabe spart. Aber auch die Erdaushubdeponie und die Modalitäten und Kosten für die Anlieferung waren Themen im Stadtrat.

Seit dem 25. Juni ist die neu installierte 83 kW-Photovoltaikanlage auf der Kläranlage in Betrieb. Mit ihr soll künftig etwa ein Drittel des Stromverbrauchs in der neuen Kläranlage abgedeckt werden. Klärwärter Martin Pfistermeister hatte in der Sitzung am Dienstagabend für die Stadträte eine Menge an Informationen parat.

"Es handelt sich hier um eine hochtechnische Anlage mit sehr guten Reinigungsleistungen, die aber einen hohen Zeitaufwand erfordert und einem größeren Verschleiß unterliegt. Letztendlich kommt dies alles dem Umwelt- und Gewässerschutz zugute", fasste Pfistermeister zusammen. In der alten Kläranlage fielen pro Jahr 300 Kubikmeter Klärschlamm an. Jetzt sind es laut Klärwärter 1 500 Kubikmeter Naßschlamm, die nach der Behandlung in der Schlammpresse zur Entsorgung etwa 300 Kubikmeter ergeben.

Hoher Stromverbrauch

Die Reinigungsleistung konnte zum Teil (bei Stickstoff und Phosphor) fast verdoppelt werden. Demgegenüber steht aber ein deutlich höherer Stromverbrauch, der von 90 000 kWh auf im Schnitt 240 000 kWh gestiegen ist. Weil besser gereinigt wird, ist aber auch der Verschleiß höher. Vergleichsweise hoch ist mit zehn Kubikmetern der Sandanfall pro Jahr; Pfistermeister führt dies auf Auswaschungen im Pflasterbereich und auf Mängel im Kanalnetz zurück. Insgesamt durchlaufen pro Jahr 550 000 Kubikmeter Abwasser (mit Fremdwasser) das Klärwerk.

Aber auch beim Reduzieren des Fremdwassers (z. B. in Dietersdorf) sei man auf einem guten Weg. Ebenso beim Stromverbrauch durch die neue Photovoltaikanlage. Weil die Grenzwerte weit unter den Festsetzungen im Wasserrechtsbescheid sind, spart sich die Stadt pro Jahr zwischen 10 000 und 15 000 Euro Abwasserabgabe. Im Zug der Deponiekultivierung an der Eslarner Straße hat die Stadt auch einen neuen Recyclinghof und eine Erdaushubdeponie errichtet. Beide werden demnächst in Betrieb gehen. "Deshalb ist es jetzt an der Zeit, die Annahmemodalitäten und die Gebühren festzulegen", so Bürgermeisterin Birgit Höcherl in der Sitzung am Dienstagabend. Dies führte zu einigen Diskussionen, da es im gesamten Landkreis keine vergleichbare Anlage und dadurch auch keine Erfahrungswerte gibt.

Einig war sich das Gremium darüber, dass eine Anlieferung von Erdaushub nur nach Anmeldung erfolgen kann und dazu auch ein Protokoll über Herkunft, Menge, Beschaffenheit usw. geführt werden muss. Die Verwaltung schlug eine Mindestgebühr von 25 Euro (Mitarbeiter- und Verwaltungsaufwand) pro Anfuhr vor, in der eine Menge bis zu fünf Kubikmetern enthalten ist; für jeden weiteren Kubikmeter sind fünf weitere Euro zu bezahlen.

35 Euro Mindestgebühr

Dies erschien einigen Stadträten zu niedrig, so dass man sich schließlich auf 35 Euro einigte. Die Anlieferung wird auf Personen aus dem VG-Bereich beschränkt; angeliefert werden darf nur Erdaushub und unbelastetes Gesteinsmaterial, aber kein Bauschutt. Man befürchtet, dass die etwa 25 000 Kubikmeter fassende Deponie sonst schnell voll ist. Nach einer ein- bis zweijährigen Probephase soll die Regelung nochmal auf den Prüfstand kommen.
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