Hilfe in Salbe und Tinktur

Kreisvorsitzender Hermann Bronold (links) und Vorsitzender Richard Forster befassten sich im Lehrbienenheim mit Methoden zur Gewinnung von Propolis und Pollen. Bild: gl
Lokales
Schönsee
09.10.2014
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Honig kennt jeder. Doch auch Blütenpollen und Propolis sind für Imker nützliche Nebenprodukte. Bei der Kreisversammlung rückte auch die Heilwirkung dieser Substanzen in den Mittelpunkt.

Die Kreisversammlung hatte 35 Imker mit Kreisvorsitzendem Hermann Bronold nach einem Besuch des Eslarner Lehrbienenstandes auch in das Lehrbienenheim des Imkervereins Dietersdorf-Schönseer Land geführt. Dort, am Grünen Weg zwischen Schönsee und Dietersdorf empfing Vorsitzender Richard Forster die Teilnehmer und bewirtete sie.

Erfreuliche Zunahme

Bronold erwähnte die erfreuliche Mitgliederentwicklung in den zurückliegenden 30 Jahren. Die Zahl der Imker stieg in diesem Zeitraum von 450 auf 912. Der Befall der Bienenvölker mit der Varroa-Milbe sei recht unterschiedlich, deshalb müsse weiterhin aufmerksam beobachtet und kontrolliert werden.

Bronold verwies auch auf den Herbst-Bauernmarkt am 11./12.November in Schwandorf, wo auch die Imker mit einem Stand vertreten sind und sich einbringen können. Nach 30 Jahren im Amt als Kreisvorsitzender, so Hermann Bronold, sei für ihn bei den Neuwahlen im März 2015 ein rechtzeitiger Wechsel angesagt. Bei der aktuellen Herbstversammlung gehe es aber besonders um Sachthemen. Zunächst wurde Nebenprodukt Propolis näher beleuchtet. Es handelt sich dabei um das von den Bienen eingesetzte Material zum Abdichten ihrer Bauten. Propolis gilt als gesundheitsfördernd. Es wird von dem Imkern gewonnen, ist aber auch in den Apotheken erhältlich. Die Imker können es bei Honigernte von speziellen Gittern gewinnen oder von den Wabenrähmchen entfernen. Es wird nach arbeitsaufwendiger entsprechender Säuberung hart und kann danach als lichtempfindliches Pulver oder Tinktur gelagert und verwendet werden.

Beim Blütenpollen handelt es sich um überschüssiges Eiweißfutter, das die Honigbienen in den Blüten einsammeln und in kleinen Bällchen an den Beinen in den Bienenstock transportieren. In speziellen Vorrichtungen und sogenannten Pollenfallen wird diese Substanz abgestreift, getrocknet und gesammelt. Auch in den Waben abgelagerter Pollen kann abgesaugt werden. Wie das geht, erklärte Imker Michael Treiber. Dieser Prozess sei keinesfalls nachteilig für die Bienen, meinte er. Blütenpollen würden auch im Fachhandel angeboten, allerdings mit teils unbekannter Herkunft. Auch Salben können gefertigt werden, zu den gesundheitlichen Vorteilen gebe es in der Literatur viele Hinweise.

Imkern auf Probe

Vor einem geselligen Erfahrungsaustausch stellte Vorsitzender Richard Forster seinen Verein vor. 1994 mit 15 Mitgliedern gegründet, sind es derzeit 37, die auch aus dem Umland kommen, davon 31 als aktive Imker mit insgesamt 220 Völkern. Profitiert hätten die Imker von der Aktion "Imkern auf Probe" mit 16 Teilnehmern. In den Jahren 1998 bis 2002 wurde durch viele Eigenleistungen und eigenen Mitteln das Lehrbienenheim errichtet, berichtete Forster, der nebenbei auch noch auf die Geschichte der Stadt Schönsee zu sprechen kam.
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