Innovationskongress "Zukunft in der Mitte Europas" im Centrum Bavaria Bohemia erarbeitet Ideen ...
Oberpfalz und Böhmen wollen Nummer eins werden

Bei der Podiumsdiskussion beleuchteten (von links) Bezirkstagspräsident Franz Löffler, der tschechische Vizepräsident Pavel Belobrádek, Staatssekretär Albert Füracker, Moderator Fabian Borkner, Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber, EU-Abgeordneter Albert Dess, Richard Brunner (IHK) und Josef Weilhammer (Europa-Berufsschule Weiden) Chancen und Herausforderungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Bild: eib
Lokales
Schönsee
20.04.2015
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"Ich empfinde es als großes Handicap, dass ich nicht Deutsch spreche. Mein zehn Jahre jüngerer Bruder kann zwar auch nicht Deutsch, aber er kann Bayerisch": Mit dieser Feststellung hatte der stellvertretende Ministerpräsident der Tschechischen Republik, Dr. Pavel Belobrádek, nicht nur die Lacher auf seiner Seite.

Er sprach damit ein für die bayerisch-böhmische Zusammenarbeit bedeutendes Thema an. "Die Sprache ist ganz wichtig", sagte er und forderte: "Deutsch sollte zur Grundausbildung der Mitteleuropäer werden." Beim Innovationskongress des CSU-Bezirksverbands Oberpfalz am Samstag im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee ging es vor allem um grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Innovation, Infrastruktur, Kultur, Tourismus, Bildung und Ausbildung. "Die Oberpfalz und Westböhmen sind 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wirtschaftliche Kraftzentren in der Mitte Europas und das CeBB hat sich zu einer kulturellen Drehscheibe zwischen West und Ost entwickelt", freute sich die CSU-Bezirksvorsitzende und Bayerische Sozialministerin Emilia Müller.

Durch lokale Initiativen wie Kommunal- und Schulpartnerschaften oder Kooperationen mit Hochschulen habe sich bereits viel entwickelt. Mit dem Besuch von Horst Seehofer und der Eröffnung einer Repräsentanz in Prag sei ein neues Kapitel der Nachbarschaft und Zusammenarbeit eingeläutet worden. "Bildung und Innovation sind der Schlüssel für die Zukunft", so die Ministerin, die sich auch für einen schnellen Schienenausbau aussprach, um dem Ziel des gemeinsamen Wirtschaftsraums Oberpfalz-Pilsen näher zu kommen

"Wir müssen auch mental Vorbehalte abbauen. Versöhnung bedeutet, auch seine eigenen Fehler einzugestehen", bekundete der tschechische Vizepräsident Pavel Belobrádek: Die Schatten der Vergangenheit sollten für die gemeinsame Zukunft der Regionen nicht mehr von Bedeutung sein. Diese liege in den Innovationen; Hirn und Hände seien die wichtigsten Rohstoffe, und auch hier gelte es, Synergien zu nutzen. Neben der Verkehrsinfrastruktur habe vor allem auch die digitale Wirtschaft und die enge Zusammenarbeit im Hochschulbereich, bei Forschung und Industrie einen hohen Stellenwert. "Wir müssen gemeinsam die Nummer eins werden", wünschte sich Belobrádek. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Vizepräsident Pavel Belobrádek, Finanz-Staatssekretär Albert Füracker, Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber, dem EU-Abgeordneten Albert Dess, Richard Brunner (IHK) und Josef Weilhammer (Europa-Berufsschule Weiden) reichte die Themenpalette vom Ausbau der politischen Kontakte über die EU-Förderkulisse bis hin zu einer neuen Sprachkultur.
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