"Khannastog" hat Zerstörung überdauert - Heute Feier
Zwischen Ruinen

Lokales
Schönsee
20.06.2015
0
0
"Khannastog" (Johannistag9 nannten die Bewohner der früheren Ortschaft Plöß den Geburtstag von Johannes dem Täufer. Der Jahrestag bringt wieder leben in zerstörte mauern.

Von der Johannes dem Täufer geweihten Friedhofskirche in Plöß sind nur noch die Grundmauern übrig. Hier und in dem einzigen erhaltenen Haus, einem Gasthaus, wird am heutigen Samstag die Vergangenheit noch einmal lebendig. In und rund um die frühere Rössler-Villa lebt ab 13 Uhr die Geselligkeit wieder auf. In der Friedhofskirche wird um 20.30 Uhr ein Gottesdienst gefeiert.

1684 war das Bauwerk als Kapelle errichtet worden und wurde später zur Dorfkirche erweitert. In ihrem Umfeld entstand ein Friedhof. Plöß wurde um 1800 sogar zu einer eigenen Pfarrei. Die Bergkirche wurde 1798 von einer Kapelle in der Ortsmitte und 1906 von einem Neubau abgelöst, doch das "Khannasfest" als Kirchenfest wurde beibehalten. An Johanni (24. Juni) wurde Kirchweihfest gefeiert, an den Dorfstraßen boten Fieranten ihre Waren an, dazu gab es Tanz und Musik in zahlreichen Gasthäusern. Nach der Vertreibung der deutschen Bewohner wurde es ruhig in Plöß.

Das änderte sich nach dem Fall des Eisernen Vorhanges, als sich die einstigen Bewohner im Verein "Heimatgemeinde Plöß" sammelten, im verwüsteten Friedhof die Grabsteine aufrichteten, die Umfassungsmauer reparierten und die Fundamente der Friedhofskirche freilegten. Wiederbelebt wurde auch das Johannisfest mit entsprechender Bewirtung, einer Oldtimerausstellung und Musik mit den "Dietersdorfer Altmusikanten". Diese spielen auch am Samstag von 16 bis 19 Uhr auf. Und zum Gottesdienst kam im Vorjahr sogar der Pilsener Bischof Frantisek Radkovsky.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.