Kirchenfest in den Grundmauern

Hans Decker (rechts) als Aussteller erläutert in Plöß die Funktion einer alten Häckselmaschine (Holmschneider), die von einem Dieselmotor, Baujahr 1950, angetrieben wird. Daneben ein alter Benzinmotor Marke Benz, der schon 1918 hergestellt wurde.
Lokales
Schönsee
23.06.2015
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Das "Khannasfest" (Johannisfest), als Kirchenpatrozinium der früheren Ortschaft Plöß (Ples) jenseits der Grenze, war immer ein gesellschaftlicher Höhepunkt auch für die Bevölkerung diesseits der Grenze. Heuer kam allerdings nur wenig Stimmung auf.

Die Wiederbelegung, in bescheidenem Maße nach dem Fall des Eisernen Vorhanges, knüpft an die lange Tradition an. Gefeiert wird rund um die Gastronomie im einzig verbliebenen Gebäude, verbunden mit einem Gedenkgottesdienst in den Grundmauern der einstigen Orts- und Friedhofkirche, welche Johannes dem Täufer geweiht ist. Sogar der Pilsener Bischof Frantisek Radkovský fungierte schon als Zelebrant.

Doch am Samstag stand das Fest witterungsbedingt unter keinem guten Stern. Dabei war alles bestens vorbereitet, wobei Gastronom Marek Hrusa vom "Restaurace Ples" als Hauptorganisator agierte, in Absprache mit der zuständigen Stadt Belá nad Radbuzou (Weißensulz) und dem Verein Heimatgemeinde Plöß, der Kirche und weiteren Förderern. In den Nachmittagsstunden spielten die von Michael Ebnet organisierten und von Johann Ebnet geleiteten "Dietersdorfer Altmusikanten" in einem kleinen Zelt auf und leckere Speisen, wie die legendären böhmischen Schmierkuchen, warteten nicht lange auf Abnehmer. Dass bei permanenten Nieselregen die Stimmung im Rahmen blieb, ist klar.

Wie in den Vorjahren gab es wieder eine Oldtimershow, bei der besonders ein herkömmlicher "Holmschneider" (Häckselmaschine), angetrieben von einem Dieselmotor, Baujahr 1950 und mit vier PS Leistung, Aufmerksamkeit erregte. Der Oldtimerfreund Hans Decker (Schönsee) präsentierte auch einen Benzinmotor Marke "Benz" aus dem Jahr 1912. Diese Antriebsmaschinen waren vor der Elektrifizierung wichtige Helfer.

Aber auch das Kirchenfest fand seine Berücksichtigung. Hier sorgte ebenfalls Marek Hrusa für den entsprechenden Rahmen. Der Standort der Pfarrkirche in der früheren Ortsmitte, dessen Freilegung und Gestaltung ein Anliegen des Vereins Heimatgemeinde Plöß ist, konnte besichtigt werden. Der Aufgang zur Friedhofskirche war in den Abendstunden mit Windlichtern bestückt, wie auch die freigelegten Grundmauern der Kirche. Dazu waren Sitzgelegenheiten vorbereitet. An dem mit Steinen der Kirche errichteten und geschmückten Altar inmitten der Grundmauern, zelebrierte Stadtpfarrer Josef Prchal aus Horsovský Týn (Bischofteinitz) den Gottesdienst.

Von einem Harmonium begleitet, wurden Lieder auch in deutscher Sprache gesungen. Renate Wild (Schönsee) trug die Lesung vor. Unter den etwa 50 Gottesdienstbesuchern war auch Gründungsvorstand Gottfried Leibl (Freihöls) und Mitbegründer und langjähriger Kassier Alfred Drachsler (Schönsee) vom Verein Heimatgemeinde Plöß. Eines ist sicher, dem verregneten "Khannasdog" werden wieder schöne Feste im ehemals belebten Plöß folgen.
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