Kunst und Kreativität statt Leere

Lokales
Schönsee
06.11.2014
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Beim "Geist" gab es fast alles - vom Schlüssel über Textilien bis hin zu Lebensmitteln. Als in den 90er Jahren der Laden dicht machte, brach ein Stück Schönsee weg. Geblieben sind Erinnerungen - und die Leere wie in vielen anderen Geschäften auch.

Ist es Zufall oder steckt Berechnung dahinter? Seit Dienstag haben beim "Geist" mit dem gemeinsamen Projekt "Kunst in leerstehenden Schaufenstern" von CeBB, "Leerstandsoffensive" und dem begleitenden Büro u.ms. drei Litographien der Künstlerin Jana Vacková Einzug gehalten. Sie tragen die Titel "Gourmethaus", "Gärtnerhaus" und "Adams Kinder".

Große Resonanz

Mit UV ins rechte Licht gerückt präsentieren sich im ehemaligen Feierfeil-Geschäft Acryl-Gemälde von Milan Duris, die Stege, Wellen und Wasser andeuten. Der "Feierfeil" war am Dienstagabend auch der Ausgangspunkt des ungewöhnlichen Kunstprojekts, das die Stadt Schönsee bis zum Jahresende zur offenen Kunstgalerie auf Zeit macht. CeBB-Leiter Hans Eibauer freute sich über die große Resonanz seitens der Bevölkerung. Gut vertreten waren auch die Bürgermeister der "Leerstandsoffensive", Künstler und die Eigentümer der Leerstandsobjekte. Mit Bürgermeisterin Birgit Höcherl freute sich Eibauer über die schnelle Umsetzung dieses Projekts. Damit sei ein weiteres Signal in Richtung Leerstand gesetzt. Sein Dank galt allen, die dazu ihren Beitrag geleistet haben und allen Förderern.

Mit Musik und Sekt

David Veres, der erst seit vier Wochen im CeBB arbeitet, hatte die organisatorische Vorarbeit geleistet und damit seine Feuertaufe bestens bestanden. Im ehemaligen Werkstattladen der Firma Bayer können sich Barbara Salamounová und ihre Studenten von der Uni Pilsen "austoben". Hier reicht die Palette vom "Junggesellen" über die "Brücke" bis hin zur "Strafkolonie" - alles Illustrationen und Comics zu Franz Kafka, der heuer vor 90 Jahren gestorben ist. Im "Geist"-Anwesen präsentiert sich auch Kveta Monhartová, die Vorsitzende der Union der bildenden Künstler ist. Ihre ausgestellten Bilder "Traum" sind aus dem Zyklus "Hände" entstanden.

Im ehemaligen Gradl-Laden als der letzten Station warteten schon die Gaisthaler Musikanten auf die rund 50 Teilnehmer. Helena Vendová lässt mit ihren "Pfeiler 19 und Pfeiler 20" viel Interpretationsspielraum. Hildesuse Reige spielt in ihren Skulpturen mit Metall, Gold, Licht und dem Werden und Wandel. Drinnen im ehemaligen Laden spielte die Musik, gab es zum Abschluss Sekt und Butterbrezen und so manche Diskussion über die Leerstandsproblematik.

Vielleicht bewegt sich ja wieder etwas: Die Eigentümer des Gradl-Hauses denken jedenfalls darüber nach, den Leerstand zu renovieren und auf den Markt zu bringen. 43 Quadratmeter Ladenfläche, dazu Büro- und Nebenraum im Erdgeschoss und eine Drei-Zimmer-Wohnung im Obergeschoss samt Terrasse in bester Lage - da muss sich doch eine Nutzung finden! (Seite 23)
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