Leuchtpunkte und Interieurs

Die Installation mit dem Titel "Die Herde" in den Kellerräumen von "Pilsner Urquell" erwies sich für die Besucher von Bavaria Bohemia als beeindruckendes Beispiel für moderne Kunst. Bild: eib
Lokales
Schönsee
02.03.2015
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Wie eine Herde Tiere bewegen sich die bunten Lichtflecken über die Mauer. Die Besucher staunen über dieses Bild voller Bewegung, das längst ohne Leinwand auskommt. Beschert hat ihnen diese Begegnung die jüngste Kulturtour nach Pilsen.

In diesem Jahr ist Bavaria Bohemia jeden Monat mit seinen Kulturtouren unterwegs nach Pilsen in die Kulturhauptstadt Europas 2015. Anlass der Februarfahrt war das Lichtkunstfestival mit zehn Stationen, bei dem renommierte Künstler am Rand der Innenstadt entlang des Flusses Radbuza vom Strandbad bis zur Brauerei "Pilsner Urquell" ihre Lichtinstallationen präsentierten.

Nach Einbruch der Dunkelheit waren tausende Pilsener und viele Gäste aus der Region und aus Bayern unterwegs, um von einem Lichtkunstwerk zum nächsten zu spazieren. Am spektakulärsten war die Video-Mapping-Projektion auf die Fassade des Westböhmischen Museums.

Eine lange Schlange bildete sich am Einlass zu den imposanten Brauereikellern am Gelände von "Pilsner Urquell", in dessen Gewölben der Künstler Axel T. Schmid aus Weiden seine Installation "Die Herde" als bayerischen Beitrag aufgebaut hatte: Rot und blau rotierende Leuchtröhren standen in Reih und Glied in zwei langen Kellergängen und entfachten pulsierende, herdenartige Reflexe an den Wänden. Nachmittags besuchte die Reisegruppe mit 60 Teilnehmern zwei vom Architekten Adolf Loos Anfang des 20. Jahrhunderts in Pilsen gestaltete Wohnungen, im Kulturhauptstadt-Programm als "Loos-Interieurs" bezeichnet. Sie sind eine großartige Entdeckung für die Fachwelt, aber auch für Leute, die präzise handwerkliche Arbeit und innenarchitektonische Details schätzen.

Von den 14 Wohnungen, die Loos in Pilsen gestaltete, sind leider nur mehr drei erhalten geblieben, zwei wurden renoviert und sind nun für Gruppen zugänglich. Dank der deutschsprachigen, mit geschichtlichem und Fachwissen gespickten Führung gelang es gut, sich in die Zeit vor 100 Jahren zu versetzen. Zwischen dem Blick in die beiden Wohnungen und dem Lichtkunstfestival am Abend war genügend Zeit, Pilsen auf eigene Faust zu erkunden.

Bei der nächsten Kulturtour am Sonntag, 29. März, stehen eine ausgedehnte deutschsprachige Stadtführung und abends die Smetana-Oper "Verkaufte Braut" in J.K.Tyl-Theater auf dem Programm.
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