Mahnung zur Versöhnung

Lokales
Schönsee
17.11.2015
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Mit dem Lied "Gib uns, Herr, den Frieden..." umrahmten die Männerstimmen vom Gesang- und Orchesterverein die Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Schönseer Kriegerdenkmal. Dieses Anliegen begleitete die Ansprachen, Gebete und Fürbitten bei allen Gedenkfeiern an insgesamt fünf Ehrenmälern.

Trotz ungünstigem Herbstwetter nahm die Bevölkerung daran Anteil, obwohl der Kreis jener klein geworden ist, die den Weltkrieg miterlebt und die Gefallenen und Vermissten noch persönlich in Erinnerung haben.

Den Anfang machte auch heuer Dietersdorf mit einem Kirchenzug und dem Gedenkgottesdienst in der Dorfkirche und der anschließenden Gedenkfeier am Kriegerdenkmal Am Samstagabend folgte Stadlern und am Sonntag zunächst Gaisthal und Schönsee sowie Weiding. Kirchenzüge mit den Fahnenabordnungen der Vereine, den Gemeindevertretern sowie in Schönsee mit einer Abordnung der Patenkompanie, angeführt von den Musikkapellen, gingen voraus und an den Kriegerdenkmalen hielten Soldaten Ehrenwache.

Verantwortung vor Gott

Stadtpfarrer Wolfgang Dietz ging den vier von ihm zelebrierten Gedenkgottesdiensten auf die Gräuel der Kriege und die gefallenen Soldaten ein, deren Jugend auf Soldatenfriedhöfen sichtbar werde. Zehn Millionen Tote im Ersten und 65 Millionen im Zweiten Weltkrieg fordern zum Willen zu Gerechtigkeit und Verantwortung vor Gott auf.

In Stadlern wurde nach dem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche die Gedenkfeier mit einem Choral der Blaskapelle unter Leitung von Franz Riedl eingeleitet, es folgte ein Fürbittgebet vom Pfarrer Wolfgang Dietz. Die Gedenkansprache hielt (wie auch in Schönsee) Hauptmann Stefan Horky von der 4./122 in Oberviechtach. Er mahnte mit einem Dichterwort zu einem Gedenken an die Soldaten an, die an vielen Orten für das Vaterland starben. Jeder tote Soldat war ein Teil der Gesellschaft, es spiele keine Rolle wann, wo und wie er das Leben als höchstes Gut hergab. Doch die Welt sollte aus der Vergangenheit lernen. Nach einem Dank für die Hilfsbereitschaft und Verbundenheit mit den Soldaten legte er, wie Bürgermeister Gerald Reiter für die Gemeinde, einen Kranz nieder.

In Gaisthal war am Sonntag die Feuerwehr Organisator der Gedenkfeier. Nach Segensworten von Stadtpfarrer Wolfgang Dietz verlas Kommandant Josef Fleißer die Namen der Gefallenen und Vermissten. Kranzniederlegungen durch Bürgermeisterin Birgit Höcherl sowie durch Feuerwehrvorsitzenden Alois Sorgenfrei beschloss das Kameraden-Lied, intoniert von der Grenzlandblaskapelle. Nicht viel anders in Weiding, wo auch die Feuerwehren aus den Filialkirchengemeinden Hannesried und Schönau angetreten waren. Nach dem Gottesdienst und nach einem Choral der Blaskapelle Weiding sprach Pfarrer Dr. Jan Adrian Lata Fürbittgebete, während Bürgermeister Manfred Dirscherl den Kranz der Gemeinde niederlegte.

Würdiges Andenken

In Schönsee war es ebenfalls die Grenzlandblaskapelle Dietersdorf, von der die Ehrenformationen in einem Schweigemarsch zum Kriegerdenkmal geleitet wurden, wo sie Stabsfeldwebel Norbert Veitenhansl als Vorsitzender der Krieger- und Soldatenkameradschaft begrüßte. Den Segensworten von Stadtpfarrer Dietz und dem Liedvortrag vom Gesang- und Orchesterverein folgte die Gedenkansprache von Bürgermeisterin Birgit Höcherl.

Sie stellte fest, dass wir jeden Tag mit der Tatsache des fehlenden Friedens konfrontiert werden. Sie nannte die Auseinandersetzungen in Syrien, der Ukraine, Irak, Israel, Palästina und in vielen Teilen Afrikas und aktuell den Terrorismus in Frankreich, Gewalt an den Grenzen und in den Asylantenunterkünften. "Wir schaffen es oft nicht einmal im eigenen Umfeld friedvoll miteinander umzugehen", so die Bürgermeisterin. Es sei wichtig den Gefallenen und Vermissten ein würdiges Andenken zu bewahren und auch weitere Kriegsopfer nicht zu vergessen. Der Volkstrauertag müsse aber auch Mahnung zur Versöhnung, Verständigung und Frieden sein.

Den Kranzniederlegungen durch Hauptmann Stefan Horky von der Patenkompanie und der Bürgermeisterin folgte Norbert Veitenhansl, der zugleich auf die traurige Bilanz und das endlose Leid hinwies, das mit den am Mahnmal festgehaltenen 152 Namen verbunden ist. Zum Abschluss intonierte auch hier die Blaskapelle das Lied vom "Guten Kameraden" und das Deutschlandlied. Dazu ertönte in Stadlern und Weiding auch Kanonensalut.
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