Mahnungen waren vergeblich

Bei der Gedenkfeier am Stadlerner Kriegerdenkmal folgten dem Segen durch Stadtpfarrer Wolfgang Dietz die Gedenkansprache von Hauptmann Sebastian Kneuse und die Kranzniederlegung durch Bürgermeister Gerald Reiter.
Lokales
Schönsee
18.11.2014
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Nicht nur die schrecklichen Erinnerungen an die mit den Weltkriegen verbundenen Opfer beherrschten die Gedenkfeiern zum Volkstrauertag. Hinzu kommen die Sorgen über anhaltende kriegerische und politische Auseinandersetzungen.

Während mit Gerald Reiter in Stadlern und Manfred Dirscherl in Weiding neue Bürgermeister die Kränze niederlegten, war es in Dietersdorf, Gaisthal und Schönsee erneut Birgit Höcherl.

Die erste Gedenkfeier fand bereits am Freitag vor dem Kriegerdenkmal in Dietersdorf statt, die mit einem Kirchenzug der Feuerwehr zur Dorfkirche und einem Gedenkgottesdienst eingeleitet wurde. Am Samstagabend war in Gaisthal die Feuerwehr Organisator der Gedenkfeier. Ein Fackelzug führte zur Kirche und nach dem Gedenkgottesdienst wurde vor dem von ihr errichteten Kriegerdenkmal ein Kranz niedergelegt.

Fünf Gedenkfeiern

Nach Fürbittgebeten von Stadtpfarrer Wolfgang Dietz verlas Kommandant Josef Fleißer die Namen der Gefallenen und Vermissten. Neben Bürgermeisterin Birgit Höcherl legte Feuerwehrvorsitzender Alois Sorgenfrei einen Kranz nieder. Am Sonntag fand die erste Gedenkfeier in Stadlern statt. Ein Schweigemarsch führte nach dem Gottesdienst zum Kriegerdenkmal. Nach einem Choral der Blaskapelle folgten Fürbittgebete von Stadtpfarrer Wolfgang Dietz, der dem Dank für fast 70 Jahre Frieden in unserem Land auch jenen für Versöhnung und zum friedlichen Umdenken der Mächtigen hinzufügte.

In seiner Gedenkansprache ging Hauptmann Sebastian Kneuse von der Patenkompanie 4./122 auch auf den ersten Volkstrauertag am 28. Februar 1926 ein. Das Bekenntnis, Kriege und Opfer zu verhindern, hätte nicht lange angehalten. Am Zweiten Weltkrieg der über 70 Millionen Opfer fordert, waren 60 Staaten beteiligt. Bürgermeister Gerald Reiter verwies bei seiner Kranzniederlegung ebenfalls auf die Opfer besonders aus der Gemeinde.

In Schönsee war es neben den Vereinen eine Ehrenformation der Patenkompanie 4./122 unter Hauptmann Christoph Gallitzendörfer die sich zusammen mit dem Stadtrat vor dem Kriegerdenkmal einfand. Einem Choral der Blaskapelle und einem Lied des Gesang- und Orchestervereins folgten Fürbitten und Gebete durch Gemeindeassistentin Antonia Meier und Stadtpfarrer Wolfgang Dietz. Bürgermeisterin Birgit Höcherl wies wie bereits in Dietersdorf und Gaisthal auf die Notwendigkeit hin, am Volkstrauertag der Opfer zu gedenken.

Besonders weil wir in diesen Tagen mit dem Mauerfall vor 25 Jahren auch an eine Zäsur der Geschichte erinnert werden. Sie habe die Veränderungen und dem Wandel der Menschen zwischen Unterdrückung und Freiheit zeit- und hautnah bei einer Moskaureise erleben dürfen. Derzeit haben wir das Leid und die Ängste der Menschen in Kriegsgebieten täglich vor Augen, wobei auch Soldaten aus Deutschland im Einsatz sind.

Hauptmann Christoph Gallitzendörfer verwies auf die dunklen Kapitel der Vergangenheit, die zur Einführung des Volkstrauertages durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geführt haben. Die Mahnungen waren vergeblich, wie die vielen Heldenfriedhöfe zeigen. Norbert Veitenhansl vonder Krieger- und Soldatenkameradschaft hinterfragte die Bezeichnungen "Heldentod" und "für das Vaterland sterben". Wie zuvor die Bürgermeisterin und Hauptmann Christoph Gallitzendörfer legte Veitenhansl einen Kranz nieder.

Blasmusik und Salut

Vorausgegangen waren Kirchenzüge der Fahnenabordnungen zu den Gottesdiensten und Schweigemärsche zu den Kriegerdenkmälern, an denen Soldaten zur Ehrenwache standen. Die Feierstunden wurden von der Grenzlandblaskapelle Dietersdorf musikalisch umrahmt. Nicht viel anders war es in Weiding, wo auch die Feuerwehren aus den Filialkirchengemeinden Hannesried und Schönau angetreten waren. Nach dem Gottesdienst und nach einem Choral des Kirchenchores sprach Pfarrer Dr. Jan Adrian Lata Fürbittgebete, während Bürgermeister Manfred Dirscherl einen Kranz niederlegte. Zum Abschluss intonierte die Blaskapelle das Lied vom Guten Kameraden und das Deutschlandlied. Dazu ertönte Kanonensalut.
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