Mehr als nur Kosmetik

Dieser Bereich vor der Dorfkirche steht jetzt besonders im Fokus: Er soll sich zu einem Mittelpunkt fürs dörfliche Leben mausern. Bild: gl
Lokales
Schönsee
25.05.2015
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Die Wasserleitung ist erneuert. Wenn jetzt die Baustelle unter einer Teerdecke verschwindet, geht es auch um die Gestaltung der Ortsmitte von Dietersdorf. Das weckt jede Menge Wünsche.

Die Staatsstraße in Dietersdorf ist nach der Verlegung von Wasserleitungen und weiterer Anschlüsse bereit für eine Deckenerneuerung. Bei dieser Gelegenheit soll im Zuge der "Einfachen Dorferneuerung" auch die Ortsmitte neu gestaltet werden. Diskutiert wird darüber bereits seit vier Jahren. Nach vielen Besprechungen mit der Straßenbaubehörde, dem beauftragten Landschaftsarchitekten Andreas Thammer und dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) ging es bei einer zweiten "Dorfwerkstatt" (Diskussionsrunde) im Feuerwehrhaus besonders um diesen zentralen Platz.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl erhoffte sich von der Diskussionsrunde eine Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat. Diplomingenieur Andreas Thammer erläuterte den bisherigen Ablauf der Planungen seit einer Ortsbegehung am 24. Juni 2014. Auch das Straßenbauamt hatte man wegen möglicher Ausbauvarianten der Staatsstraße eingebunden. So stand zunächst eine Reduzierung der Straßenbreite mit Gestaltung eines Grünstreifens zur Debatte - allerdings wären dafür Ausbau-Beiträge fällig geworden.

Die Fachstellen hatten einen Vollausbau als nicht erforderlich eingestuft, bei einer Deckenerneuerung mit Instandsetzung der Gehwege wären dann keine Ausbau-Beiträge angefallen. Eine Variante, die zwischenzeitlich die mehrheitliche Zustimmung der Anlieger und der Bevölkerung gefunden hat. Für die Gestaltung der Dorfmitte unter Trägerschaft der Stadt Schönsee könnten Fördermittel beantragt werden.

Landschaftsarchitekt Thammer stellte einige Alternativen vor, die für eine Verbesserung des Ortsbildes in Frage kommen. Was dabei sinnvoll ist, war Gegenstand der anschließenden, teilweise emotional vorgetragenen Diskussionsbeiträge. Es ging dabei nicht nur um einen einheitlichen oder unterschiedlichen Belag für die Fläche bei der Kirche, die einen barrierefreien Zugang erhalten soll. Auch die gegenüber liegende Freifläche rückte ins Blickfeld.

Eine wünschenswerte Verlegung des Kinderspielplatzes vom Ortsende in die Dorfmitte scheitert bisher an der verfügbaren Fläche. Nachdem der Erwerb eines Areals mit Nebengebäuden am ehemaligen Schulgebäude nicht möglich ist, wurde ein Grundstück beim unbewohnten Hauer-Anwesen für den Ankauf vorgeschlagen, die Diskussionsteilnehmer forderten entsprechende Verhandlungen.

Zudem plädierte Stadt- und Kreisrat Michael Ebnet für eine Beibehaltung der mit viel Überredungskunst erreichten Fahrbahnbreite und Gehwege. Wie schnell gefahren werde, sei abhängig von der Vernunft der Fahrer. Dem geforderten Kinderspielplatz in der Dorfmitte wurden Modelle in anderen Gemeindeteilen gegenübergestellt. Andererseits wurde auch ein sozialer Treffpunkt als wünschenswert bezeichnet. "Die Maßnahmen sollten keine Kosmetik darstellen, sondern zu einer echten Dorferneuerung führen", war eine der Forderungen.

Von Alfred Lukas (ALE) kam der Hinweis, dass es für die Gestaltung Variationen gibt. Auch eine optische Reduzierung der Fahrbahnbreite in der Dorfmitte durch den Belag sei möglich, falls die Befahrbarkeit der Seitenbereiche da ist. Für die Abgrenzung der Gehwege, besonders im Bereich der Kirche, sei eine Zustimmung des Straßenbauamtes erforderlich. Mit einer solchen Lösung zeigten sich die Versammlungsteilnehmer mehrheitlich einverstanden.
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