Mehr Hasen, keine Rebhühner

Lokales
Schönsee
29.04.2015
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Sie wird oft als "Leistungsschau" und als "Erntedankfest der Jagd" bezeichnet: Bei der Hegeschau der Kreisgruppe Oberviechtach im Landesjagdverband Bayern beleuchtete Landrat Thomas Ebeling das Thema "Natur, Wild und Jagd im Landkreis Schwandorf".

Vorsitzender MdL Alexander Flierl wies bei der Versammlung im Hotel "Hubertus" darauf hin, dass die Jagd wichtige Ziele für Natur und Umwelt sowie Land- und Forstwirtschaft verfolgt. "Jagen ist keine Geheimniskrämerei", betonte er. Darum sollte öffentlich diskutiert und die Leistungen hervorgehoben werden. Die Jagd dürfe nicht wie in anderen Bundesländern zum Spielball vermeintlicher Ökologen werden.

Bewährtes System

Das wäre nicht nur zum Schaden der Jagd, insbesondere des Wildes, aber auch der Jagdrechtinhaber und der Landwirtschaft. Bayern habe ein bewährtes Jagdsystem und darum seien keine Änderungen des Jagdgesetzes notwendig. "Schützen und nützen" ist kein Widerspruch, so Flierl: "Politik, Land- und Forstwirtschaft, Jägerinnen und Jäger sind eine Mitverantwortungsgemeinschaft und darum muss man der Bevölkerung die Zusammenhänge in der Natur erklären und in Allianz mit den Partnern der Landwirtschaft stehen, zum Beispiel bei der Gestaltung der Lebensräume". Wichtig sei die Nutzung der Förderprogramme zur Biotopverbesserung, der Schutz des Jagdrechts als Eigentumsrecht, aber keine Unterordnung der Jagd unter das Naturschutzrecht.

Der stellvertretende Bürgermeister Josef Höcherl richtete einen Willkommensgruß an alle Jäger und der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Hans Willhelm, stellte fest, dass die Hege und Pflege bei den Jägern in besten Händen ist. Alfred Bauer von der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossen äußerte sich kritisch zur Ablehnung des Nachtzielgeräts durch den Jagdverband, betonte aber, dass im Landkreis Schwandorf beste Harmonie herrscht. Alois Seegerer gratulierte als Kreisgruppenvertreter des BJV zu den ausgestellten Trophäen. Forstbetriebsleiter Stefan Bösl von den Staatsforsten äußerte sich beunruhigt, dass die Ansprüche auf den Wald immer mehr werden. Was ihn besonders freut, ist das gute Miteinander auch mit den Nachbarn.

Für den Kreisjagdberater Herbert Krauthann sind die ausgestellten Trophäen der Beweis, dass das Hegeziel erreicht ist. Der Abschussplan für Rotwild war im September bereits erfüllt, aber der Rotwildbestand hat sich allgemein vergrößert. Er erinnerte aber, dass die "Verkehrsopfer" im Abschussplan mit eingetragen werden müssen. Ein echtes Problem sieht er darin, dass der Sauenbestand immer größer wird trotz der hohen Abschusszahlen. Auch der Kaninchenbestand hat sich im Landkreis vermehrt, im Gegensatz zu den Rebhühnern. "Diese gibt es nicht mehr, denn es fehlen Hecken und natürliche Gehölze", so Krauthann. Allerdings bringe auch die zunehmende Technisierung in der Landwirtschaft mehr Unruhe in Wald und Flur.

"Nicht gegen die Natur"

Forstdirektor Alwin Kleber befasste sich mit dem Vegetationsgutachten. In diesem Zusammenhang lobte er die intensive Teilnahme von Revierpächtern und Jagdvorstehern an den Inventurbegängen. Die Aussagen zur Verbisssituation sollen für Hegegemeinschaftsleiter, Jagdpächter und Jagdvorsteher einen fundierten Anhalt dafür liefern, wie die eigenverantwortliche Verteilung des Abschlusses innerhalb einer Hegegemeinschaft nach sachlichen Gesichtspunkten erfolgen könne.

"Die Jagd wird in der Öffentlichkeit zu wenig wahr genommen", stellte Landrat Thomas Ebeling bei seinem Vortrag "Natur, Wild und Jagd im Landkreis Schwandorf" fest. "Sie geht nicht gegen die Natur, sondern arbeitet für sie". Er versprach, das neue Verbissgutachten nach seiner Fertigstellung zu diskutieren. Zum Thema Schwarzwild merkte er an, dass die geforderten Nachtzielgeräte sicher nicht das Problem lösen werden. Auch bei den Themen Kormoran und Biber äußerte er Verständnis vor allem für die betroffenen Teichwirte. Zur vieldiskutierten Energiewende merkte er an, dass der Landkreis keine Windräder baue, sondern nur Genehmigungsbehörde ist und hier nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe.
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