Mit Bergwacht und Suchhunden

Lokales
Schönsee
24.10.2015
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"Fünf Vermisste im Waldgebiet von Stadlern": Dieser Hilferuf hätte im Ernstfall einen Einsatzalarm der Rettungsleitstelle Amberg für die Bergwachtbereitschaft Schönsee und die Rettungshundestaffel Ostbayern ausgelöst.

Doch der Einsatz der beiden Hilfsorganisationen zur Personensuche bezog sich auf eine Einsatzübung im Bereich des Böhmerwaldaussichtsturms. Diese wurde ins Auge gefasst beim Zusammentreffen von Bereitschaftsleiter Dieter Güll mit Martin Schnupfhagn am Blaulichttag in Oberviechtach. Wie bei den Echteinsätzen im Landkreis Schwandorf wurde die gute Zusammenarbeit auch bei dieser gemeinsamen Übung bestätigt.

Ferngesteuerte Multicopter

Angenommen wurde das Verlaufen einer Gruppe bei einer Nachtwanderung gegen 23 Uhr zum Böhmerwaldaussichtsturm und das Fehlen von fünf Personen, wie am nächsten Morgen festgestellt wurde. Nach Rücksprache mit der örtlichen Polizei wurden die Hilfsorganisationen über die Leitstelle alarmiert. Zunächst war als Sammelstelle der Einsatzmannschaften der Parkplatz bei der Münchener Medizin Mechanik (MMM) in Stadlern vereinbart. Die Übung begann um 13 Uhr. Zur Unterstützung wurde das Technikfahrzeug der Bergwacht-Region-Bayerwald aus Deggendorf angefordert, das unter den technischen Details auch über ferngesteuerte Multicopter verfügt. Nach kurzer Einweisung durch die Übungsleitung, bestehend aus Martin Schnupfhagn und Dieter Güll, wurden eine gemeinsame Einsatzleitung gebildet und die Suchmannschaften in den Raum um die Talstation der Böhmerwaldabfahrt vom ehemaligen Skizentrum Reichenstein in Waldhäuser verlegt.

Der Übungsraum wurde in Suchabschnitte eingeteilt und systematisch abgesucht. Eingesetzt wurden dabei neben den Suchhunden der Rettungshundestaffel zwei Suchdrohnen mit Wärmebildkameras und die Geländefahrzeuge der Bergwacht. Ebenso musste durch die Bergwacht eine Verletztenrettung aus unwegsamem Gelände durchgeführt werden.

"Generalprobe"

Nach drei Stunden waren alle Vermissten gefunden und die medizinische Versorgung gesichert. Dazu trugen auch die perfekten Witterungs- und Suchverhältnisse bei. Die Übung diente auch als Generalprobe der Rettungshundestaffel für die bevorstehende Prüfung, die letztlich hervorragend gemeistert wurde.

Bei der anschließenden Übungsnachbesprechung im Grenzwirtshaus Gerstmeier in Friedrichshäng wurde von allen Seiten die hervorragende Zusammenarbeit gelobt und die Übung insgesamt als besonders positiv bewertet. Wurde doch das Übungsziel einer gemeinsamen Einsatzleitung beider Organisationen hervorragend praktiziert.

Dankesworte von Bereitschaftsleiter Dieter Güll als Organisator galten allen Aktiven, nicht zuletzt der Kameradin und den Kameraden der Feuerwehren Dietersdorf und Stadlern, die sich tapfer als "Versteckpersonen" zur Verfügung gestellt hatten. Dazu kommt für die Bewohner der Region das Bewusstsein über vorhandene leistungsstarke Hilfsorganisationen.
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