Mit Kunst auf Geschäftsreise

"Pier I" und "Pier II" nennt Milan Duris (links) diese Werke, die seit Dienstagabend im früheren Feierfeil-Laden in der Schönseer Vorstadt auf die Leerstandsproblematik aufmerksam machen. Bild: Götz
Lokales
Schönsee
05.11.2014
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Ihre preisgekrönten Kunstwerke finden sich in Museen und Privatsammlungen quer durch Europa, in Übersee und Australien - und nun in leerstehenden Schaufenstern in Schönsee. Mit Kunst und Kreativität gegen die Leerstandsproblematik: Das große pinkfarbene "K" weist den Weg.

Vier Stationen, fünf Schaufenster, sechs Künstler: Die Schönseer Innenstadt hat sich in eine Kunstgalerie verwandelt. Die Idee, Kunst in Leerständen zu präsentieren, geisterte schon lange durch die Köpfe der Verantwortlichen im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) und der "Leerstandsoffensive". Seit Dienstagabend sind sie "begeistert": Im engen Schulterschluss von CeBB, der "Leerstandsoffensive" der zwölf Gemeinden im "Brückenland Bayern-Böhmen", den ausstellenden Künstlern, den Leerstandsbesitzern, der Stadt Schönsee und des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds wurde das Projekt innerhalb kurzer Zeit in die Tat umgesetzt.

Dabei ist allen Beteiligten klar, dass die Nutzung von Leerständen für Kunstpräsentationen auf Zeit natürlich nicht die Lösung der Leerstandsproblematik ist. Mit Sicherheit aber ein weiterer kleiner Schritt zur Bewusstseinsbildung und ein Zeichen der Veränderung. Dass die Idee ankommt, darüber durften sich Initiatoren und Beteiligte bei der Straßenvernissage freuen. Die Resonanz war weitaus größer als erwartet, als CeBB-Leiter Hans Eibauer vor dem ehemaligen Feierfeil-Laden das Kunstprojekt eröffnete. "Das Pink zieht durch Schönsee", freute sich auch Bürgermeisterin Birgit Höcherl, die die vielfältigen Aktivitäten der "Leerstandsoffensive" ins Gedächtnis rief und feststellte: "Wir haben auch immer wieder neue Ideen". Mit Milan Duris, Kveta Monhartová, Helena Vendová und Hildesuse Reige waren auch vier der ausstellenden Künstler vor Ort, die gerne ihre Arbeiten vorstellten. Übrigens: Die Kunstobjekte werden auch zum Kauf angeboten; drei haben bereits ihre Liebhaber gefunden. CeBB-Mitarbeiter David Veres stellte beim Spaziergang von einem Kunstort zum anderen Künstler und Werke vor. Den Abschluss bildeten im ehemaligen Gradl-Geschäft bei Musik und Bewirtung angeregte Gespräche mit Künstlern und Gästen.

Eintreten ist nicht erforderlich: Die Kunstwerke sind noch bis Jahresende von außen in den mit dem pinken "K" markierten Leerständen zu sehen, ob beim Einkaufen oder beim Spaziergang. Nach Einbruch der Dunkelheit sind die Schaufenster bis 21 Uhr beleuchtet.
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