Musik kennt keine Grenzen

Das deutsch-tschechische Klarinettenensemble unter der Leitung von Vlastimil Konrády.
Lokales
Schönsee
28.11.2014
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Spaziergängern präsentierte sich das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) als klingendes Haus, aus dem Klarinettentöne und Trommelwirbel drangen. 27 Musiker probten dort drei Tage, um dann das Publikum mit einem abwechslungsreichen Konzert zu begeistern.

Zur grenzüberschreitenden Musikbegegnung hatte das CeBB die Konrad-Max-Kunz-Musikakademie Schwandorf und die Jindrich-Jindrich-Kunstgrundschule Domažlice/Taus eingeladen, die seit einigen Jahren partnerschaftlich zusammenarbeiten. Ermöglicht wurde das gemeinsame Wochenende der deutschen und tschechischen Nachwuchsmusiker dank der Förderung des Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds im Zug des Projekts "Kultur ohne Grenzen - Begegnung Bayern Böhmen".

Alles zweimal sagen

Nach dem Aufbau der Musikinstrumente begannen die gemeinsamen Proben noch am Freitagabend. Danach hatte sich die Gruppe das Abendessen im Hotel St. Hubertus, in dem sie untergebracht war, redlich verdient. Am Samstag probten die drei Musiklehrer aus Domažlice in unterschiedlichen Konstellationen mit den Teilnehmern. Vlastimil Konrády, der auch regelmäßig in Schwandorf unterrichtet, hatte den schwersten Part. Seine Anweisungen und Erklärungen musste er vor dem gemischten Klarinettenensemble immer zweimal sagen - erst auf Tschechisch, dann auf Deutsch.

Edwin Merkl aus Schwandorf hatte den Vorteil gegenüber seinen Mitschülern, dass er zweisprachig aufgewachsen ist. Alle Räume des CeBB wurden zu Probenräumen umfunktioniert. Im zweiten Stock musizierte Josef Stoces mit den älteren Klarinettisten. In der Gewölbehalle trommelte das Percussion-Ensemble unter der Leitung von Kamil Jindrich, zu Einzelproben am Xylophon zog sich Karel Kunes in den Gewölbekeller zurück. In den Pausen erkundeten die Teilnehmer gemeinsam das Haus.

Nach dem Mittagessen am Samstag erhielten sie von CeBB-Mitarbeiterin Maika Victor-Ustohal, die die Gruppe das ganze Wochenende betreute, einen kleinen Einstieg in die jeweilige Nachbarsprache. Sprachspiele wie "Identitätstausch", "Wie geht's dir?" und "Germanismen - Domino" machten nicht nur Spaß und brachten Abwechslung, sondern motivierten die Jugendlichen auch, Wendungen auf Deutsch oder Tschechisch auszuprobieren und sich besser kennenzulernen.

Breites Repertoire

"Musikveranstaltungen haben bei uns Tradition - gerade weil Musik keine Grenzen kennt", begrüßte Maika Victor-Ustohal gemeinsam mit Kamil Jindrich von der Kunstgrundschule Domažlice die zahlreichen Besucher des Abschlusskonzertes am Sonntagnachmittag. Unter den Zuhörern waren natürlich auch Eltern und Großeltern, denen der Stolz, dass ihr Kind oder Enkelkind im grenzüberschreitenden Ensemble mitwirken kann, anzusehen war. Der Leiter der Kunstgrundschule Domažlice, Josef Kunes, bedankte sich im Namen aller beim CeBB für die Einladung zum Workshop-Wochenende und die herzliche Betreuung.

Das Klarinettenensemble präsentierte Musikklassiker wie das "Jägerlied" aus dem Freischütz, "Träumerei" von Robert Schuhmann oder "Le petit negre" von Claude Debussy. Dazwischen sorgten die Solos am Schlagzeug von Mathias Westerdijk und Karel Kunes, der vom gesamten Percussion-Ensemble interpretierte "Drum Talk" oder ein Quartett für Xylophon, Vibraphon und Schlagzeug für rhythmisch wippende Beine unter den Konzertbesuchern. Höhepunkte waren die vom gesamten Ensemble gemeinsam gespielten Stücke "Fluch der Karibik" und die "Tritsch-Tratsch-Polka".

Nach einem kräftigen Applaus für die Leistungen des Ensembles und einer Zugabe machte sich das Publikum fröhlich gelaunt und beschwingt auf den Nachhauseweg. Die Teilnehmer waren sich einig: "Das Wochenende hat viel Spaß gemacht, und wir würden gerne wieder kommen!"
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