Pascher, Liebe und Versöhnung

"Pascher - die Nacht der langen Schatten" wird am Freitag und Samstag am Eulenberg bei Friedrichshäng wieder lebendig. Bild: Götz
Lokales
Schönsee
04.08.2015
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In den nächsten Tagen wird im Bayerisch-Böhmischen Grenzgebiet wieder gepascht (geschmuggelt). Echte Grenzpolizisten und Zollbeamte kommen aber nicht zum Einsatz, denn über 100 Darsteller spielen am Eulenberg die Geschichte dieser Grenzregion.

Wenn am kommenden Freitag und Samstag beim Bergweberhaus Pascherwürste in der Pfanne brutzeln, der Duft von frischen Küchln durchs Haus zieht und davor die Musi zünftig aufspielt - dann ist am Eulenberg die Pascherzeit. 32 Mal gab es seit 2007 das Freilichtspiel "Pascher - die Nacht der langen Schatten" auf dieser Naturbühne, wobei die Geschichte von Grenzern und Paschern, von unglücklicher Liebe und Versöhnung nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat.

Ein Holzstoß, ein Hackstock und ein Sägebock, schon ist die Szenerie der Spieler fertig. Das Einfache auf der Bühne und die naturbelassene Umgebung prägen das Spiel. Gerne erinnern sich die Pascher-Verantwortlichen um Vorsitzende Birgit Höcherl an das Jahr 2007 zurück. Damals war ihre Idealvorstellung, dass man "Pascher - die Nacht der langen Schatten" vielleicht drei Jahre spielen könne; nun geht das Stück bereits in die neunte Spielzeit. Die Begeisterung der Mitwirkenden hat nicht nachgelassen, so scheint es auch bei den Proben zu sein. Autor und Regisseur Martin Winklbauer ist dann öfters dabei.

Das karge Leben der Bewohner, der tägliche Kampf mit dem Dasein an der Grenze, dass der Lebensunterhalt mit dem Paschen (Schmuggeln) aufgebessert werden sollte, ja musste, gehörte für viele zum Ringen um das tägliche Brot. Nach vielen Stunden und Tagen, beim Lesen von Büchern über die Grenzregion, beim Bewandern der früheren Orte Plöß (Ples) und Wenzelsdorf (Vaclav) jenseits der Grenze oder der Umgebung von Bügellohe, entstand bei ihm das Manuskript für dieses Freilichtspiel. Dass in die Geschichte eine Liebelei einfließt, die, wie es bestimmt oft der Fall war, unglücklich endet, passt erst recht in das Geschehen.

Eine Geschichte vom früheren Leben an der Deutsch-Tschechischen Grenze - von Liebe und Hass, vom Paschen und dem täglichen Überlebenskampf in dieser Region wird den Zuschauern am Freitag und Samstag wieder vor Augen geführt. Damit aber auch die Tatsache, "dass man vor der eigenen Vergangenheit nicht davon laufen soll". "Versöhnt Euch mit der eigenen Geschichte!" heißt es darin ebenso - eine Aussage, die immer wieder aktuell sein dürfte!
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