Rudolf Beck lässt an seinem 80. ein Grenzland-Schicksal Revue passieren
Erste Zuflucht nie vergessen

An seinem 80. Geburtstag berichtete Rudolf Beck, hier zwischen Bürgermeisterin Birgit Höcherl (Zweite von links), Gattin Elke und Tochter, von seinem wechselvollen Schicksal. Auch die langjährigen Nachbarn aus Lindau und seine Hauswirtin gratulierten. Bild: gl
Lokales
Schönsee
02.03.2015
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Ein typisches Grenzlandschicksal offenbarte Rudolf Beck aus der Böhmerwaldstraße den Gratulanten an seinem 80. Geburtstag. Neben vielen guten Bekannten überbrachten auch Bürgermeisterin Birgit Höcherl, Willibald Nesner von der Pfarrgemeinde und schließlich eine Delegation der Krieger- und Soldatenkameradschaft persönlich ihre Glückwünsche.

Der Jubilar kam in Waier (Rybnik) jenseits der Grenze zur Welt und wuchs überwiegend bei seinen Großeltern auf. Er hat eine Schwester. Die Familie flüchtete 1938, wie damals viele Sudetendeutsche, wegen der drohenden kriegerischen Auseinandersetzung zunächst nach Bayern, landete dann an der Ostsee und kam 1939 nach Schönsee zurück.

Nach Volks- und Berufsschule fand Rudolf Beck Beschäftigung beim Holzhändler Brunner auf dem Schönseer Bahnhofsgelände, 1954 zog es ihn in die Nähe von Düsseldorf. "Der Stundenlohn in einem Leichtmetallwerk war damals 1,10 Mark", erinnert sich der Jubilar. 1955 kehrte er wieder nach Schönsee zurück und landete, vermittelt durch das Arbeitsamt, später als Erntehelfer auf einem Gutshof bei Frankfurt mit 75 Mark Wochenlohn.

Der Gutsherr animierte ihn zur Bewerbung bei der Bundeswehr, wobei ihm dann die Musterung in der Leopoldkaserne in Regensburg und das folgende Einstellungsgespräch wie ein Kreuzverhör vorkamen. Am 2. Juli 1956 begann die vierjährige vielseitige Ausbildungs- und Dienstzeit in der Artilleriekaserne in Idar-Oberstein. Bei einem Ausgang zu einem Tanzabend begann ein neuer Lebensabschnitt durch die Bekanntschaft mit einem blonden Mädchen mit dem Namen Elke, geborene Koes: Im Jahre 1959 war Hochzeit in Idar-Oberstein.

Mit dem ersten Kind kehrte die kleine Familie nach Schönsee zurück. Das Paar konnte sich über vier Söhne und zwei Töchter freuen, zu denen inzwischen 14 Enkel und ein Urenkel kommen. Nach 35 Jahren im Ortsteil Lindau ist seit 2000 die Böhmerwaldstraße 20 das Domizil des Jubilars. Nach vier Jahren im Ziegelwerk von Landrat Josef Zwick folgte Arbeit bei heimischen und auswärtigen Tiefbauunternehmen; ein damals vorherrschendes Pendlerdasein. Schließlich arbeitete Beck zwei Jahre im Bauhof der Stadt Schönsee, und sieben Jahre im ehemaligen Skizentrum Reichenstein, bevor 1993 der gesundheitsbedingte Eintritt in das Rentnerdasein anstand.

Trotz der üblichen gesundheitlichen Beschwerden steht Rudolf Beck mitten im Leben, so war er vier Jahre lang ehrenamtlich in der Pfarrbücherei tätig.
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