Schaltzentrale für Kunst

Lokales
Schönsee
26.09.2015
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Die Kultur soll genauso wenig ins Stocken geraten wie die Freundschaft zwischen Bayern und Böhmen. Das Centrum Bavaria Bohemia hat sie zum Schwingen gebracht - mit nicht alltäglichen Mitteln.

Pilsen im Jahr der Kulturhauptstadt 2015 - eine Vielzahl von Ausstellungen, Konzerten und Aktionen begeisterte Tausende von Besuchern. Das Centrum Bohemia Bavaria (CeBB) war bei nicht wenigen der Veranstaltungen wesentlich beteiligt, als eine Art Schaltzentrale für bayerisch-böhmische Kunst. Davon konnten sich am Donnerstag Abend die Besucher des Herbstauftakts in Schönsee überzeugen.

Drei Punkte standen auf dem Programm: Die Eröffnung der Ausstellung "Farbe auf der Straße", ein Rückblick auf die Arbeit des Projektteams "regio 2015" und die Präsentation der Arbeit der Pilsener Stadtschreiberin Wolftraud de Concini. Hans Eibauer, Leiter des CeBB, freute sich über viele Gäste - darunter der Generalkonsul der Tschechischen Republik, Milan Coupek, Landrat Thomas Ebeling, Bürgermeisterin Birgit Höcherl und viele beteiligte Künstler. Den musikalischen Rahmen füllte die tschechische Folk-Band "Repetenti".

Farbe an der Hauswand

"Farbe auf der Straße" - so lautet der Titel der Ausstellung, die nun die Südseite des CeBB ziert. Bis vor kurzem waren die Werke noch an der Stadtmauer in Pilsen zu bewundern. Das Thema Tanz wurde von beteiligten Künstlern aus der Tschechischen Republik, Deutschland, Österreich und Finnland malerisch umgesetzt - darunter Gemälde von Wolfgang Herzer und Gerti Münch, zwei Künstler aus der nördlichen Oberpfalz.

Im Anschluss an die Eröffnung ließ Eibauer gemeinsam mit dem Projektteam die Arbeit von "regio 2015" Revue passieren. In Zusammenarbeit mit der Stadt Regensburg und der Pilsener Organisationsgesellschaft war das CeBB an etwa 40 kreativen bayerischen Beiträgen im Kulturhauptstadtjahr in Pilsen beteiligt. Eine Fotopräsentation ließ noch einmal im Schnelldurchlauf die Höhepunkte der vergangenen Monate lebendig werden. "Blumen für Pilsen" beispielsweise, mit dem tausende Bayern und Tschechen ein imposantes Begegnungsfest feierten. Dafür wurden rund 15 000 Blumen von Bayern nach Pilsen gefahren, mühevoll in Getränkekästen drapiert und damit unter anderem das Logo des Centrum Bavaria Bohemia nachempfunden.

Auch Schüler und Schulen wurden in das Kulturhauptstadtjahr einbezogen. Initiiert und unterstützt von "regio 2015" wurden an acht Orten auf bayerischer und tschechischer Seite sogenannte Wunschbäume für Pilsen aufgestellt. Die kleinen Künstler konnten am Tag der Aktion ihre Wünsche aufschreiben - persönliche beziehungsweise Pilsen oder die deutsch-tschechischen Beziehungen betreffend. Die Wunschzettel wurden in vorgebohrte Löcher im Baum gesteckt.

Zug zur Kultur

Dass Kultur keine statische Angelegenheit ist, belegten die Macher mit Fotos von der Aktion "Zug zur Kultur". Besucher konnten sich während der Fahrt schon auf einen Kulturgenuss in Pilsen einstimmen lassen. Der Clou: Der "Alex" zwischen Regensburg und Pilsen wurde mit einem kleinen Bühnenbereich ausgestattet.

Ein weiteres Projekt, an dem das CeBB beteiligt war, nannte sich Musikbrücke 2015. Mit vielen Konzerten in den bayerisch-tschechischen Nachbarregionen wurden rund um die Kulturhauptstadt Pilsen 2015 Brücken geschlagen. Über 20 Konzerte auf bayerischer und tschechischer Seite ließen Grenzen verschwinden.

Ebenfalls eng verbunden mit der Kulturhauptstadt ist Wolftraud de Concini, die Pilsen im Jahr 2015 als Stadtschreiberin begleitete. Im Gespräch mit der stellvertretenden Direktorin des Kulturforums östliches Europa, Tanja Krombach, sprach sie über ihre Verbindung zu Böhmen, las einzelne Beiträge aus ihrem Pilsen-Blog und führte in ihre Foto-Ausstellung "Pilsener Momente" ein, die auch im CeBB zu bewundern ist.
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