Schatten werden immer kürzer

15. Mai 1998: Auf die neue Partnerschaft stießen (von links) zweiter Bürgermeister Dr. Karel Spacec, Landrat Pavel Faschingbauer sowie die Bürgermeister Vaclav Jilek, Hans Eibauer, Günther Holler und Hans Wirnshofer an. Bild: gl
Lokales
Schönsee
20.06.2015
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Unter dem Motto "Hände reichen - Grenzen streichen" grenzüberschreitende Kontakte auf verschiedenen Ebenen aufzubauen: Das war nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" fester Wille und zugleich Verpflichtung für die Grenzgemeinden Schönsee, Stadlern und Weiding.

In Urkunden gegossen wurde dies am 15. Mai. 1998: Die Stadt Schönsee sowie die Gemeinden Stadlern und Weiding im Schönseer Land besiegelten eine Partnerschaft mit der Stadt Pobežovice (Ronsperg) in Tschechien. Es war der gemeinsame Wunsch und die logische Konsequenz, die schon jahrelange Zusammenarbeit in eine offizielle Partnerschaft münden zu lassen.

Als historisches Datum dieser ersten gemeinsamen Schritte ist der 3. Januar 1990 in die Geschichte des Schönseer Landes eingegangen, als sich Politiker, Militärs, Polizei und Bürger beider Seiten in Schwarzach an der Grenzbrücke trafen. Von nun an konnte man ohne Formalitäten, ohne Visum und ohne Behinderung den Boden des Nachbarlands betreten. Daraus resultierten auch die ersten bayerisch-böhmischen Stammtische, die Partnerschaft der Volksschule Schönsee mit der Volksschule in Pobežovice, die tschechischen Sprachkurse in Schönsee, die sportlichen Begegnungen, die Kontakte der Vereine und die Zusammenarbeit der Feuerwehren.

Und mittlerweile auch viele Freundschaften der Bürger beider Länder. Dabei setzt die seit nunmehr 17 Jahren offiziell bestehende Partnerschaft auch eine historische Verbundenheit zwischen dem Schönseer Land und Böhmen fort, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. "Wir versprechen, alles zu tun, um die Schatten aus unserer gemeinsamen Vergangenheit zu tilgen, das gegenseitige Verständnis zu wecken und unsere Bürger im Geiste der Freiheit und Freundschaft zusammenzuführen", heißt es unter anderem in der damals unterzeichneten Urkunde. Was ist daraus geworden?

"Wir sind durch viele Aktivitäten und zahlreiche Akteure auf einem guten Weg", meint Altbürgermeister Hans Eibauer, der damals mit seinen Kollegen Günter Holler und Hans Wirnshofer die Partnerschaft unterzeichnet hat. Man müsse aber auch viel dazu tun, um eine Partnerschaft lebendig zu halten und kleine "Flauten" gebe es immer mal wieder. Dass auch die derzeitigen Bürgermeister mit ihren Gremien hinter dieser Partnerschaft stehen, zeigt sich an vielen Beispielen. Erst vor kurzem trafen sich die Vertreter der vier Kommunen, um neue Initiativen zu besprechen. Seit Februar finden auch regelmäßig jedes Monat Partnerschaftsbesprechungen statt, und kürzlich unternahm eine tschechische Delegation eine Rundfahrt durch die VG-Gemeinden. Neue Impulse setzte auch eine zweisprachige Märchenwanderung am Eulenberg mit Schülern der Grundschule Schönsee und der von Pobežovice: Märchen nehmen ja bekanntlich meist ein gutes Ende - die Schatten können kürzer werden. (Hintergrund)
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