Stabiler Wald auch Frauensache

Revierförster Michael Forster informierte aufschlussreich über eine sinnvolle Waldbewirtschaftung.
Lokales
Schönsee
26.09.2014
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Ohne Frauen läuft im Wald nichts mehr. Viele Eigentümer im waldreichen Landkreis sind weiblich, ein "Waldbesitzerinnentag", wie er nun in Schönsee stattfand, hat nichts Exotisches mehr. An diese Frauen richtet sich ein Appell der Fachleute, der die Zukunft der Bäume im Visier hat.

"Kompetente Waldbesitzerinnen sind mit eine zwingende Voraussetzung für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung." Deutlich stellte die Kreisvorsitzende des Bayerischen Bauernverbandes, Barbara Hanauer, die Verantwortung der Frauen bei dieser Arbeit heraus, deren Zahl als Eigentümer von Waldgrundstücken immer größer wird.

Für Eigenverantwortung

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), Bauernverband und die Waldbesitzervereinigung Neunburg-Oberviechtach hatte zum zweiten "Tag der Waldbesitzerinnen" nach Schönsee eingeladen. Bürgermeisterin Birgit Höcherl hatte die Schirmherrschaft übernommen. Sinn dieses Tages, so Kreisbäuerin Hanauer, sei es auch, die Bewirtschaftung des Privatwaldes im Landkreis Schwandorf voranzubringen. Die Veranstaltung im vorigen Jahr habe bereits gezeigt, dass sich Landfrauen aktiv mit waldbaulichen Fragen beschäftigen. Sie appellierte an die Politik, die Eigenverantwortung der Waldbesitzer zu stärken und auf Bevormundung durch staatliche Eingriffe zu verzichten. Abteilungsleiter Wolfhard-Rüdiger Wicht vom AELF erinnerte daran, dass der Begriff "Waldbesitzerinnentag" mal "etwas Exotisches" an sich hatte, denn den Anteil der Frauen als Waldbesitzer habe man unterschätzt.

5000 Eigentümerinnen

Unter den 12 000 Waldeigentümern im Landkreis sind 5000 Frauen, die Waldgrundstücke ihr eigen nennen. Der Landkreis Schwandorf zähle zu den waldreichen Kreisen; 64 Prozent des Waldes, etwa 42 000 Hektar befinden sich im Privatbesitz.

Höcherl dankte den Organisatoren für die Ausrichtung des Treffens in Schönsee und merkte an, dass auch die Stadt zu den Waldbesitzerinnen zählt. Umfang und Arbeitsaufwand im Forst seien ihr deshalb bekannt, sagte sie und dankte dem zuständigen Förster Michael Forster für die gute Zusammenarbeit und Beratung. Da sich der Treffpunkt auf dem Parkplatz der Firma Irlbacher befand, nutzte sie die Gelegenheit, die auswärtigen Teilnehmerinnen auf den größten Arbeitgeber der Stadt hinzuweisen.

Gunda Haberl aus Schönsee hatte an diesem Nachmittag der Gruppe die Möglichkeit gegeben, in ihrem Wald Kenntnisse über die Bewirtschaftung zu sammeln. Revierförster Michael Forster hatte die Waldbegehung vorbereitet und informierte die Teilnehmer ausführlich. Er erläuterte die klimatische Lage des Gelände und die Bodenbeschaffenheit. Der Fachmann ging auf die aktuelle Baumarten-Zusammensetzung ein: Fichte, Tanne, Buche und vereinzelt Birke. Als waldbauliches, praxisnahes Ziel sah er die Chance, die Baumarten des Altbestandes in der Verjüngung zu sichern und den Anteil von Buche und Tanne in einem Teil des Waldgrundstücks zu erhöhen.

Gezielter Einschlag

An verständlichen Beispielen zeigte Forster explizit auf, wie junger Bestand durch gezielte Hieb-Maßnahmen gefördert wird und dabei durch Lichtsteuerung der Buchen- und Tannenanteil erhalten werden kann. Generell stehen bei der Waldbewirtschaftung gemischte, naturnahe und klimastabile Waldbestände aus Fichte, Buche und Tanne im Vordergrund. Interessant für alle Teilnehmer an diesem Waldbesitzerinnentag war auch der Einsatz eines Harvesters, dessen Arbeitsweise in einer Vorführung verfolgt werden konnte. Ene Vertreterin der Berufsgenossenschaft gab zu bedenken, dass beim Einsatz dieser "Holz-Vollernter" weniger Unfälle bei der Waldarbeit festzustellen seien.
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