Unwetter belebt Bittprozession

Die Aschabrücke Muggenthal wurde durch das Hochwasser beschädigt und musste erneuert werden. Bilder: gl (3)
Lokales
Schönsee
16.07.2015
10
0

Die heutige "Alexi-Bittprozession" um 19 Uhr zur Vierzehnnothelferkapelle und ein anschließender Bittgottesdienst in der Pfarrkirche wurde am 14. Juli 1956 wiederbelebt. Der Grund war eines der bis dato schlimmsten Unwetter.

Ein Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen sorgte dafür, dass die Wassermassen in Schönsee und entlang der Ascha bis Gaisthal schwere Verwüstungen und Schäden anrichteten. Der frühere "Alexi-Gelöbnistag", jeweils am 17. Juli, wurde dadurch wieder aktualisiert und für die überwiegend bäuerliche Bevölkerung wieder ein "gelobter Feiertag" eingeführt. Geblieben sind die Prozession und der Bittgottesdienst.

Vor 114 Jahren

Bereits am 1. August 1901, also vor 114 Jahren, so ist dem damaligen Bezirks-Amtsblatt zu entnehmen, zog ein Gewitter über Schönsee und Umgebung hinweg. "Drei volle Stunden folgte Blitz auf Blitz, Donner auf Donner" wird erwähnt und wolkenbruchartiger Regen prasselte hernieder. Eine riesige "Wasserfluth" ergoss sich über Schönsee, Dämme der Weiher brachen und zwei Brücken wurden abgerissen. "Auf dem Wasser kamen Geflügel, Holz, Zäune, Wägen, Bäume, Fässer u.s.w. daher" heißt es weiter.

Wohnungen wurden überflutet, Möbel vom Wasser mitgenommen und die Bewohner mussten auf die Festerbretter flüchten und abwarten, bis die Fluten sanken. Somit entstanden große Schäden, auch in den Fluren. An jenem 14. Juli 1956 verlief es nach einem schweren Gewitter östlich von Schönsee ähnlich. Durch die Wassermassen wurden Brücken weggerissen, darunter die Aschabrücke im Rosenthal, und dabei Straßen mit tiefen Gräben unpassierbar gemacht. Auch kleinere Gebäude wurden mitgerissen, Grundmauern unterspült und Wohnungen überflutet.

Landwirte geschädigt

Die Uferböschungen am Köcken- und Hahnenweiher brachen, selbst Gerätschaften und Fahrzeuge neben Holz- und Bretterstößen lagerten als Strandgut weit abwärts. Die älteren Bewohner der Grenzstadt denken noch mit Schrecken daran. Die Beseitigung der lange sichtbaren Schäden, insbesondere an der beschädigten Straßenbrücke im Rosenthal, dauerte Jahre. Viele waren persönlich betroffen, insbesondere die Landwirtschaft, denn viele Felder wurden überspült und die Früchte beschädigt.

Glücklicherweise gab es keinen Personenschaden, auch alle Tiere konnten gerettet werden. Lediglich Hühnerställe mit deren Bewohnern wurden mitgenommen. Anders im nahen Schönau, wo ein Menschenleben in den Fluten endete. Nachdem im August 1975 ein Unwetter mit größeren sektoralem Hagelschaden in die Geschichte eingegangen ist und es auch früher schwere Unwetter gab, bleibt zu hoffen, dass solche ausbleiben. Dazu könnten auch die heutige Prozession und der Gottesdienst beitragen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.