Urnengrab unterm Lindenbaum

Diese Fotoskizze zeigt, wie die "Urnengräber unter dem Lindenbaum" angeordnet werden könnten. Die zwölf Steine für die Daten der Verstorbenen sollen bereits noch im Frühjahr gesetzt werden. Bild: hfz
Lokales
Schönsee
29.01.2015
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Letzte Ruhe unter der Linde. Diese Bestattungsmöglichkeit mit wenig Pflegeaufwand soll noch heuer im Friedhof Gaisthal angeboten werden. Daneben sind auch kleine Urnengräber mit Grabstein und Einfassung geplant. Landschaftsarchitekt Andreas Thammer stellte den Stadträten erste Skizzen vor.

"Wir haben das Thema Urnengräber für Schönsee und Gaisthal schon öfters diskutiert", bemerkte Bürgermeisterin Birgit Höcherl zu Beginn der Beratung. Der Friedhof in Gaisthal werde nun vorgezogen, da im Sommer die Begehung zum Landesentscheid im Dorfwettbewerb ansteht. Ein Schwerpunkt bei der Bewertung der Friedhöfe sei der Aspekt Urnengrabstellen.

Kein Platzproblem

Nach einer Ortsbesichtigung wurde Architekt Andreas Thammer aus Winklarn beauftragt. Dieser stellte nun am Dienstag seine Überlegungen vor. Beim Kreuz, am oberenen Ende des Friedhofes, sei eine Freifläche, welche ein möglicher Bereich für Neues wäre. "Die Linde könnte für eine Urnenbaumbestattung integriert werden", erklärte der Landschaftsarchitekt. Die zwölf Steinplatten sollten noch in diesem Jahr gesetzt werden; darauf können dann nach der Bestattung die Daten eingearbeitet werden. "Wichtig für mich ist, dass ein Grabzeichen für die Hinterbliebenen da ist", führte er an.

Bei den Urnenerdgräbern zeigte Thammer zunächst einige Bilder aus Friedhöfen der Region, darunter auch von Oberviechtach. Die Räte sprachen sich für die Variante mit Gedenkstein und schlichter Einfassung aus. Für ein Grabfeld wird eine Fläche von 80 mal 80 Zentimeter angenommen, wobei die Reihe von hinten nach vorne beginnen sollte. "Wir haben kein Platzproblem, deshalb sollte ein Grünstreifen rund ums Grab möglich sein", gab die Bürgermeisterin ihre Überlegungen kund. Die Gaisthaler Stadträte Michael Präßl und Josef Fleißer schlossen sich dieser Meinung an.

Ein Thema war auch die Wasserentnahmestelle, da der blaue Bottich nicht mehr zeitgemäß sei. Thammer zeigte Varianten in Beton- und Granitausführung und betonte, dass dies nicht sofort entschieden, aber angedacht werden müsse. Statt einem Schöpfbecken favorisierte er eine pflegeleichte Zapfstelle.

"Dann sollten wir aber zwei Entnahmestellen, wie bei der Besichtigung angesprochen, einrichten", bemerkte Präßl. Johann Pfistermeister wies darauf hin, dass ebenso wie in Schönsee, eine Zapfstelle fürs Gießwasser reichen müsste, diese aber zentraler gesetzt werden könnte. Andreas Hopfner fragte nach, wieso keine Urnenwand vorgesehen ist. "Die Tendenz geht dahin, davon Abstand zu nehmen", erklärte Birgit Höcherl, die im Vorjahr an einem Friedhofssymposium teilgenommen hatte. Urnenwände hätten Unterhaltsbedarf mit Kosten für die Kommune. Außerdem müsste die Urne nach der Ruhefrist entnommen und vom Friedhofsträger erneut bestattet werden. "Sarg oder Urne gehören aus liturgischer Sicht in die Erde", betonte Höcherl. Möglich sein sollte auch ein Familien-Urnengrab mit Stele auf einer aufgelassenen Grabstelle. Für eine absolut anonyme Bestattung könnte auf Wunsch auch die Grünfläche beim Kreuz eine Möglichkeit sein.

Nochmals Ortstermin

"Die Zeit für eine Entscheidung drängt", sagte Dritter Bürgermeister Josef Höcherl und verwies darauf, dass die Begehung der Wettbewerbskommission im Juni/Juli angesetzt ist. Die Bürgermeisterin fasste die Punkte der Beratung nochmals zusammen, worüber Einverständnis herrschte. Zur Wasserentnahmestelle wird nochmals eine Ortsbesichtigung mit dem Gartenbauverein angesetzt.

Höcherl informierte noch, dass die Urnengräber in der besprochenen Form auch in Schönsee angeboten und in die Friedhofsordnung aufgenommen werden sollen. "Der Zulauf wird in den nächsten Jahren noch nicht riesig sein, Nachfragen sind aber bereits da!"
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