Ursprung im Erzgebirge

Frieda Roith, an ihrem Schultertuch zu erkennen, zwischen Elke Mauritz vom Klöppelverband, Klöppeldozentin Marianne Geißendörfer (von links) sowie Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl und Landrat Thomas Ebeling (von rechts), fachsimpelten zum Thema "Klöppeln". Bild: gl
Lokales
Schönsee
06.06.2015
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Das Spitzenklöppeln, ursprünglich als Broterwerb und Ersatz für die niedergegangene Heimindustrie der Leinenweberei gedacht, mutierte nach der industriellen Verdrängung zur Heimarbeitskunst. Die überlieferten Fertigkeiten haben einen hohen Stellenwert.

Die Einführung des Spitzenklöppelns in der Region und die Entwicklung von Schönsee zur "Spitzenstadt" waren besonderer Inhalt der Ansprache von Frieda Roith bei der Eröffnung der "1. Schönseer Klöppeltage".

Seit 16. Jahrhundert

Im sächsischen Erzgebirge bereits im 16. Jahrhundert eingeführt, breitete sich das Spitzenklöppeln über Böhmen zu Beginn des 19. Jahrhunderts besonders durch das bäuerliche Dienstpersonal in die Oberpfalz aus. Bereits 1849 wurde eine Frau aus Tiefenbach zur Erkundung ins klassische Spitzenland Belgien entsandt. Auch die Regierung in München wurde aktiv und nach dem Niedergang der Handweberei und der Glasschleifereien wurden 1901 in Stadlern, 1906 in Schönsee und 1907 in Tiefenbach staatliche Klöppelschulen und Designerinnen wie Suse Bernut eingesetzt.

Die fachlichen Erfolge stellten sich ein, doch der wirtschaftliche Erfolg hielt sich in Grenzen. So wurden die Klöppelschulen aufgelöst, verblieben sind freiwillige Neigungskurse an der Volksschule in Schönsee. Verblieben ist aber die Überzeugung vieler Klöpplerinnen, ihre reichhaltigen Erfahrungen nicht nur zu erhalten, sondern auch weiterzugeben. Einige von ihnen trafen sich regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen und sich am Kreativen zu erfreuen. Daraus entstand der Klöppelkreis Schönsee-Stadlern-Tiefenbach mit vielen Aktivitäten, wobei hinsichtlich neuer Ideen keine Grenzen gesetzt waren und sogar die jüngere Generation an der wiederentdeckten Handarbeitskunst Gefallen findet.

Mit Leidenschaft

Die Leidenschaft bestätigte sich auch beim vorjährigen Jahreskongress des Klöppelverbandes und aktuell bei den Schönseer Klöppeltagen. So wurde erstmals ein Klöppelkalender für 2014 erstellt und der für 2016 kann bereits erworben werden. Hinzu kommt auch ein Schirm mit Klöppelmotiv. Die Mitglieder sind an einem einheitlichen mit Klöppelarbeiten versehenen Schultertuch zu erkennen. Mit Herwig Hauer aus Regendorf gehört auch ein Klöppler zum Kreis.

Zum Abschluss ihrer Ausführungen hatte Frieda Roith auch Überraschungen parat. Der Bürgermeisterin Birgit Höcherl überreichte sie die erste Ausgabe vom Klöppelkalender 2016 und das erste Exemplar des Schirmes. Josef Köck, der mit seinem Klöppelshop die Arbeit des Klöppelkreises unterstützt, erhielt ebenfalls einen Kalender und das Ehepaar Hauer für die monatliche Anreise einen Brotzeitkorb.
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