Verlangen erneut erhört

Marek Hrusa (links) erkundet zusammen mit Fred Drachsler vom Verein Heimatgemeinde Plöß den Bauplatz für eine Kapelle auf dem Areal der früheren Dorfkirche. An sie erinnert nur noch ein Kleindenkmal (rechts vorne). Bild: gl
Lokales
Schönsee
24.08.2015
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Der erste Wunsch nach einem Gotteshaus in Plöß wurde im 17. Jahrhundert erhört. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche dem Erdboden gleichgemacht. Für den Verein "Heimatgemeinde Plöß" ist das nicht das letzte Kapitel der Geschichte.

Eine Urkunde aus dem Jahr 1681 belegt es: Reichsgraf Zenko Caplis teilt mit, dass er das Plößer Verlangen "vernohmen" habe, im "geweiten Freithof" eine "Capellen" zu erbauen. Ein ähnliches Verlangen hat nun der Verein Heimatgemeinde. Die früheren Bewohner von Plöß wollen auf dem Standort der im Jahre 1906 erbauten und "Maria Hilfe der Christen" geweihten Dorfkirche eine Kapelle bauen - mit Hilfe von Marek Hrusa, der im einzigen verbliebenen Rössler-Haus, eine Gastronomie betreibt.

189 Häuser zählte Plöß einst, 1945 lebten dort 1338 Einwohner - bis ihre Ortschaft dem Erdboden gleichgemacht wurde. Die Friedhofskirche wurde zunächst niedergebrannt, gesprengt und dann einplaniert.

Die Mitglieder des Heimatvereins kümmerten sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs um ein Denkmal, das 1990 eingeweiht wurde. Die tschechischen Behörden genehmigten 1991 die Restaurierung des Friedhofes sowie Freilegung der Grundmauer der Friedhofskirche. Für den Verein bedeutete das 5000 Arbeitsstunden. Auch die in der Ortsmitte befindliche Nepomuk-Statue wurde erneuert und eingehaust. Die Standorte der früheren Flurdenkmäler wurden lokalisiert, wobei die Freilegung des Standorts der Ortskirche ein besonderes Anliegen war. Dabei finden die ehemaligen Plößer jetzt Unterstützung von Hrusa. Er hat Flurdenkmäler saniert, auf dem Areal des früheren Gasthofs "Flor" Gästehäuser erbaut und das Kirchenpatrozinium ("Khannasfest") wieder aufleben lassen. Mit Hilfe des Heimatvereins hat er den Standort der früheren Kirche freigelegt, worauf er nun eine Kapelle mit den Abmessungen 2,85 auf 3,60 Meter errichten will. Die Pläne sind von der zuständigen Stadt Weißensulz (Belá nad Radbuzou) genehmigt, Fenster, Türe und Dachstuhl bereits bestellt. (Hintergrund)
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