Wald gut befahrbar

Forstamtmann Michael Forster (rechts) informiert die Bürgermeister Gerald Reiter und Birgit Höcherl über die Instandsetzung des Forstwirtschaftsweges zur Bügellohe. Mit dabei Forstanwärter Martin Wrosch (links). Bild: gl
Lokales
Schönsee
04.05.2015
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Die früheren Bewohner der Nachkriegssiedlung Bügellohe hatten weniger Erfolg beim Wegebau als die Waldbesitzer, die seit 1980 über einen 3,2 Kilometer langen Forstwirtschaftsweg verfügen. Dieser wurde jetzt umfassend instandgesetzt.

Als 1946 die 75 ehemaligen Bewohner aus Wenzelsdorf elf Häuser auf weitgehend eigenen Grundstücken diesseits der Grenze errichteten, war ihr oberster Wunsch, wieder nach Wenzelsdorf zurückzukehren. Aber bald war auch eine ordentliche Wegverbindung in der zur Stadt Schönsee gehörenden neuen Heimat ein vordringliches Thema. Der teilweise in Eigenleistung fahrbar gemachte Waldweg war keine Lösung.

Lange Bemühungen

Bereits 1950, als die Hebamme Maria Wild nach einem Brand sowie die Familie Schmidt/Roith nach Schönsee übersiedelte, gab es Bemühungen und Anträge auf einen Wegebau. Mit Schreiben vom 16. Dezember 1952 kam von der Stadt Schönsee trotz berechtigtem Anliegen eine Ablehnung aus finanziellen Gründen. Doch die Dorfgemeinschaft mit Josef Licha (Florl) als Sprecher, der schon in Bügellohe und später in Schönsee eine Gastronomie betrieb, richtete Anträge an Vertriebenenorganisationen und das Landratsamt.

Das Landratsamt Oberviechtach bezeichnete letztlich am 1. Februar 1955 die mit etwa 180 000 Mark veranschlagte Maßnahme als unerfüllbares Experiment. Die Folgen sind bekannt: Die Entvölkerung der Siedlung setzte sofort ein. Als letzter zog Josef Licha (Gabta-Pepe) nach Schwarzach. Von den Gebäuden steht nur noch das Haus von Franz Lang (Fleischhacker), das für Darbietungen der Grenzlandgeschichte dient. Geblieben war aber der Wunsch der zahlreichen Anlieger zur Erschließung des geschlossenen Waldgebietes, was dann im Jahre 1980 auch realisiert wurde.

Doch inzwischen war der 3,2 Kilometer lange Weg trotz regelmäßiger Pflege in einem Zustand, der mit einfachem Gerät nicht mehr zu beheben war. Die Gräben waren verwachsen, die Fahrbahn wies Spurrinnen und Verdrückungen auf und die Querdurchlässe waren überwiegend defekt. Durch das Forstrevier Schönsee mit Forstamtmann Michel Forster wurden 2014 Angebote für eine Instandsetzung eingeholt und von der Stadt Schönsee als Baulastträger einer Fachfirma der Auftrag erteilt.

In der Vorwoche hat diese nun die defekten Durchlässe erneuert und mit der Bearbeitung der seitlichen Spitzgräben für einen ordentlichen Wasserablauf gesorgt. Nach der Aufbringung vom Schotter wurde der Wegekörper mit einem Gräder zu einem Dachprofil geformt und gewalzt; die Arbeiten sind zwischenzeitlich abgeschlossen.

Für Einsatz gedankt

Zu einer Begutachtung der Arbeit fanden sich nach Einladung durch das Forstrevier Schönsee Schönsees Bürgermeisterin Birgit Höcherl und Kollege Gerald Reiter (Stadlern) an der Baustelle ein und wurden von Forstamtmann Michael Forster über den reibungslosen Ablauf informiert. Bürgermeisterin Birgit Höcherl dankte dem Forstrevierleiter für die Vorbereitungen und Betreuung der Baustelle. Später war es eine weitere kleine Abordnung um Bürgermeisterin Sonja Meier (Winklarn), die sich über den Ablauf der Maßnahme informierte.
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