Was passiert mit altem Schulgebäude? - Infos für Bürger
Vom Aushängeschild zum Problemfall

Vor 126 Jahren war es ein Prachtbau und Aushängeschild der Grenzstadt, nach der Umnutzung ist es zum Problemfall und Abbruchobjekt geworden: Das 1886 errichtete, mächtige Schönseer Schulhaus unterhalb der Kirche an der Hauptstraße. Bild: gl
Lokales
Schönsee
27.04.2015
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Bei der Erbauung vor 126 Jahren war die Schönseer Volksschule mit Sicherheit der Stolz der Stadtväter und der Bevölkerung der Grenzstadt. Inzwischen ist das mächtige Gebäude zu einem Problemfall geworden und soll abgebrochen werden. Darüber wird die Bevölkerung am Mittwoch, 29. April, in einer Veranstaltung, die um 19 Uhr im neuen Volksschulgebäude beginnt, informiert.

Beim großen Stadtbrand von 1886 wurde auch das alte, bereits 1641 erwähne Schulhaus vernichtet, das unmittelbar an der Kirchhofmauer errichtet war. Im Jahr 1889 hat die Stadt Schönsee das jetzt noch bestehende Schulgebäude, auch auf einem Teil des früheren Friedhofes, an der Hauptstraße errichtet. Es wechselte nach dem Schulhausneubau 1964/1965 in Privatbesitz und befindet sich inzwischen in einem desolaten Zustand.

Das Anwesen ist derzeit in zwölf Miteigentumsanteile aufgeteilt. Die ursprüngliche Absicht, hier Eigentumswohnungen zu etablieren, hat sich zerschlagen. Das Gebäude war in den vergangenen Jahren nur mindergenutzt und die Bausubstanz bröckelt mangels Unterhalt vor sich hin. Die daraus resultierende absehbare Gefahr für die Sicherheit des vorbeiführenden Straßenverkehrs und die sich daraus ergebenden Haftungsfragen waren wohl der Grund der Miteigentümer-Gemeinschaft, der Stadt Schönsee das Anwesen zur Schenkung anzubieten. Dies erfolgte schriftlich im November 2013.

Seither war dieses Thema mehrmals Gegenstand in den Stadtratssitzungen. Der Stadtrat war grundsätzlich nicht abgeneigt, die Schenkung anzunehmen. Klärungsbedarf bestand aber hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse und möglicher Grundbuchbelastungen. Zudem war zu klären, ob die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis für einen möglichen Abbruch erteilt würde und ob die Städtebauförderungsabteilung der Regierung hierfür Gelder bereit stellen würde. Das Gebäude ist zwar kein Einzeldenkmal, liegt aber im denkmalgeschützten Ensemble.

Deshalb wurde der städtebauliche Berater der Stadt, Diplomingenieur Siegi Wild, durch den Stadtrat beauftragt, für die Neugestaltung des Areals nach einem Abbruch eine Studie zu erstellen. Diese Studie war die Grundlage der nachfolgenden Verhandlungen mit den zuständigen Fachstellen bei der Regierung der Oberpfalz, dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Straßenbauamt Sulzbach-Rosenberg. Die Gespräche führten bei allen Behörden zu dem Ergebnis, dass einem Abbruch grundsätzlich zugestimmt würde.

Nach Informationen vom Notariat Oberviechtach kann zwischenzeitlich auch davon ausgegangen werden, dass eine lastenfreie Übernahme der Eigentumsanteile durch die Stadt möglich ist. Soll das Projekt verwirklicht werden, wäre der nächste Schritt, ein Ingenieurbüro mit der konkreten Planung zu beauftragen, auf deren Basis die staatliche Förderung berechnet werden kann und die erforderlichen Anträge gestellt werden können. Ziel der Veranstaltung am 29. April ist nun, die Bevölkerung über den Sachstand und die geplanten Bauabsichten zu informieren.
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