Weihe nur von hinten

Das noch verhüllte Schönseer Kriegerdenkmal bei der Einweihung am 30. Oktober 1927; am Rednerpult Historiker und Ehrenbürger Franz Xaver Wellnhofer als Festredner. Bild: gl
Lokales
Schönsee
15.11.2014
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Auch die Grenzstadt mit ihren weltlichen und kirchlichen Organisationen und Vereinen sowie der Patenkompanie 4./122 aus Oberviechtach begeht am Sonntag den Volkstrauertag. Das Kriegerdenkmal wurde am 30. Oktober 1927 eingeweiht.

Zum Gedenktag formiert sich um 9.30 Uhr vor dem Rathaus ein Kirchenzug zum Gottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Wenzeslaus, anschließend Schweigemarsch zur Gedenkfeier am Kriegerdenkmal in der Hauptstraße. Treffpunkt der Abordnungen der Krieger- und Soldatenkameradschaft sowie die Kolpingfamilie ist um 9.30 Uhr beim Gasthof Haberl sowie der Feuerwehr Schönsee und Schwand/Laub beim Gasthof "Zur Krone". Der Weihe des Ehrenmales 30. Oktober 1927 gingen Bemühungen eines extra gebildeten Ausschusses zur Errichtung eines Kriegerdenkmals voraus.

Es wurde von einem einheimischen Steinmetzbetrieb aus vom Stückberg angefahrenen Granitquadern unter der damals schon vorhandenen Kastanienallee vor Ort gefertigt. Im damaligen Zeitungsbericht ("Grenzwarte") lautete die Beschreibung: "Das Denkmal, ein Obelisk, in das die Namen auf zwei an der Seite angebrachten ehernen Tafeln, Geschenke des Geheimrats Röchling, eingetragen sind, ist sehr imposant, aus Granitsteinen unserer Heimat erbaut und würde auch jeder Großstadt Ehre machen."

Zur Einweihungsfeier trafen die Heimatvereine aus München und Nürnberg auf dem Bahnhof ein. Triumphbögen wurden aufgestellt und die "Häuser hatten Trauer-, Landes- und Reichsfahnen gehisst. Die Feierstunde leitete der Gesang- und Orchesterverein durch einen "stimmungsvollen Gesangsvortrag" ein, die Festansprache hielt der Historiker und Schönseer Ehrenbürger Franz Xaver Wellnhofer.

Zollinspektor Schmidt verlas die Namen der Gefallen von 1866, 1870/71 und 1914/18, während Bürgermeister Albert Haberl das Ehrenmal in den Schutz der Stadt übernahm. Die zuvor erfolgte Segnung durch den damaligen Stadtpfarrer und Dekan Josef Auer, so ist überliefert, kam erst nach einem Kompromiss zustande. Weil es auf der Straßenseite kein christliches Symbol enthielt, nahm er die Weihe auf der Rückseite vor.

Inzwischen sind die Opfer des letzten Weltkrieges auf weiteren gusseisernen Tafeln angebracht, 1997 wurde das Ehrenmal von der Krieger- und Soldatenkameradschaft umfassend renoviert.
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