Wie im Zauberwald

Ob Blockhaus oder Holzskulptur: Im Kerzenschein sieht das Gelände am Eulenberg bei Friedrichshäng gleich doppelt einladend aus.
Lokales
Schönsee
07.12.2015
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Wie eine kleine Stadt aus vergangener Zeit taucht mitten im Wald die Blockhütten-Siedlung auf. Winzig wirken die in Kerzenlicht getauchten Buden im Vergleich zu den großen Bäumen. Bei "Advent im Wald" zeigt sich die Vorweihnachtszeit von ihrer schönsten Seite.

(ggö) Ob Grenzlandkapelle aus Dietersdorf, die Jagdhornbläser vom Musikantenstammtisch oder Fanfaren - wenn diese Klänge durch den Wald am Eulenberg schallen, dann ist es wieder soweit: "Advent im Wald", die ganz besondere Einstimmung auf Weihnachten.

"Ohne die zahlreichen ehrenamtlichen und so engagierten Helfer wäre das alles nicht zu stemmen", gesteht Bürgermeisterin Birgit Höcherl, wenn sie zur Eröffnung ein paar Worte zur Organisation sagt. Hunderte von Kerzen säumen Wege und Holzhäuschen. Zwar ohne Schnee, aber auch ohne dieses Extra in ein warmes Licht getaucht leuchtet der Grenzwald Eulenberg einfach zauberhaft. Mystisch anmutende Wurzeln, arrangierte Rinden, Gehölze, oft nur ein paar Äste, lassen Gebilde entstehen, die einen fantasievollen Blick auf die vielen "Gesichter des Waldes" zulassen.

Schönsee-Friedrichshäng: Wie eine kleine Stadt aus vergangener Zeit taucht mitten im Wald die Blockhütten-Siedlung auf. Winzig wirken die in Kerzenlicht getauchten Buden im Vergleich zu den großen Bäumen. Bei "Advent im Wald" zeigt sich die Vorweihnachtszeit von ihrer schönsten Seite. (Bilder: Gerhard Götz)

Großzügig gruppiert um das Bergweber-Haus ducken sich Unterstände und Holzhütten neben hohen Nadelbäumen. Alle laden sie zum Schauen, Genießen und Kaufen ein. Rauch von Lagerfeuern mischt sich mit dem Duft von Waffeln. Pascherwürste konkurrieren bei leichtem Nebel im Grenzwald mit dampfendem Glühwein.

Grenzkontakte

So entsteht die außergewöhnliche Atmosphäre, die zum "Advent im Wald" tausende Menschen an die Grenze zu Tschechien lockt. Und auch von "drüben" bringen Busse zahlreiche Gäste. So wachsen hier seit Jahren Bayern und Böhmen auf ganz beschauliche Art zusammen. "Bratapfel, Bratapfel hier!" Die Vorsitzende des Vereins Bavaria Bohemia, Irene Träxler, und Anne Gierlach werden nicht müde, aus ihrem Stand für das Centrum Bavaria Bohemia Verführerisches anzubieten.

Waffel oder Wurst

Einige Bäume weiter backen Rudolfs Waffeln auf offenem Feuer, prüft Stefan noch den selbst gemachten Punsch, den Michael Ebnet für den besten hält. Zur Pascherwurst wird Kraut gereicht, und daneben werden gerade "Karpfenschoitln" frisch herausgebacken.

Zahlreiche Kunsthandwerker haben vorübergehend fernab von bewohntem Areal ihr Lager aufgeschlagen. Spitzenklöpplerinnen, Schnitzer, Krippenbauer, Drechsler, Töpfer und Rechenmacher sind dabei. Sie zeigen, was längst in Vergessenheit geraten ist, weil es in einer durchrationalisierten Welt keinen Platz mehr hat. Für kurze Augenblicke entführen sie die Besucher in die "gute alte Zeit", als die Uhren scheinbar langsamer gingen.
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