Wintersport als Aushängeschild

Vorsitzender Hans Eibauer ehrte Karl Köck mit einem Siegerpokal.
Lokales
Schönsee
29.01.2015
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Die schneereichen Winter der 50er und 60er Jahre und die ersten Skiliftinitiativen in Dietersdorf und Lindau hatten in den Köpfen von Skisportenthusiasten von Schwandorf bis Schönsee die Idee geboren, einen Wintersportverein zu gründen. Das ist heute genau 50 Jahre her.

In den ersten Januarwochen 1965 erwuchs aus diesem Kreis ein Gründungsausschuss mit Dr. Werner Hein aus Nabburg als Beauftragten, der vor genau 50 Jahren zur Gründungsversammlung eines Wintersportvereins in Schönsee aufrief. Der öffentlichen Einladung in der "Grenzwarte" folgten am 29. Januar 1965 exakt 22 Skisportfreunde und ein Jugendlicher in die Brauereigaststätte Haberl und gründeten den "Wintersportverein Schönsee und Umgebung e.V." .

Zum Gründungsvorsitzenden wählte die Versammlung den Schönseer Zahnarzt Dr. Bernhard Haberl. 2. Vorsitzender wurde der Dietersdorfer Kaufmann Rudolf Weinfurtner, Kassier Adolf Liegl, technischer Leiter Richard Reiser aus Schwandorf und Organisationsleiter Dr. Werner Hein, Nabburg. Zur Vereinsgründung waren die Fremdenverkehrsvereine Dietersdorf und Schönsee, die Lehrerschaft der Volksschulen Schönsee und Dietersdorf, die Kolpingfamilie, der BRK-Bezirksverband Oberviechtach und die Gemeinden Schönsee, Dietersdorf und Eslarn eingeladen.

Den Verein geprägt

Als programmatische Ziele für den frisch aus der Taufe gehobenen Wintersportverein Schönsee nannte Dr. Bernhard Haberl, ein "Skigebiet Schönsee zu schaffen und es so attraktiv zu gestalten, dass zunehmend Gäste aus nah und fern angezogen werden". Um dies zu erreichen, bat er um Unterstützung durch die Gemeinden und Fremdenverkehrsvereine.

In der Versammlung unterstrich der Vorsitzende, dass der Wintersportverein seine vornehmliche Aufgabe darin sieht, von der fachlichen Seite immer wieder Anregungen zu geben, Vorschläge zu unterbreiten, Skikurse anzubieten und geeignete Mitglieder zu Übungsleitern auszubilden. Mit der Wahl von Erhard Flöttl als Jugendleiter übernahm bereits in ganz jungen Jahren ein Skibegeisterter aus der Familie Flöttl, die in den fünfzig Jahren seines Bestehens den Wintersportverein geprägt hat, erste Verantwortung. Bereits in den Gründungsjahren waren Anton Flöttl sen. und Karl Köck aktiv, die mit Fug und Recht als Schönseer Langlaufpioniere bezeichnet wurden.

Mit dem Namen Flöttl sind auch die größten sportlichen Erfolge des WSV-Schönsee verbunden: Sohn Toni Flöttl wurde am 20. Februar 1977 deutscher Meister in der Schülerstaffel und am Tag zuvor Dritter der Deutschen Schülermeisterschaft im Einzel. Eine Woche vorher holte sich das junge Talent den Bayerischen Vizemeistertitel.

Lifte und Loipen

Das Ziel, ein Skigebiet im schneereichen Schönseer Land zu schaffen, verfolgten die Gründer mit großem Nachdruck. Mit dem "Plattenlift" in Dietersdorf, dem "Lindauer Lift" der Familie Höllerl in Lindau, dem "Stückberglift" der Eslarner und ersten Loipen westlich von Schönsee in der "Faulen Ried" gehörte in wenigen Jahren der Wintersport zum Aushängeschild des Schönseer Landes. Die Pläne des Landkreises Oberviechtach, in Stadlern das Skizentrum Waldhäuser mit Sesselbahn zu bauen, fiel der Gebietsreform zum Opfer.

1983 wurde auf der Basis des Landkreisprojekts mit dem Skizentrum Reichenstein die bisher größte wintersportliche Attraktion in privater Trägerschaft geschaffen, das jedoch 2005 Insolvenz anmeldete. Auch die anderen Lifte stellten ihren Betrieb ein. In den ersten Jahren nach der Vereinsgründung gab im Wintersportverein einige Turbulenzen, denn der Verbund mit Mitgliedern aus Schwandorf und Nabburg hielt nur ein paar Jahre. In den beiden Städten wuchs die Skibegeisterung und es entstanden eigene Vereine.

Diese Veränderungen verursachten mehrere Wechsel in der Vereinsführung, bis 1974 Hans Eibauer den Vorsitz des WSV übernahm, den er bis heute innehat. Bei der Mitgliederversammlung im vergangenen Dezember ehrten die Mitglieder seinen Vorsitzenden für vierzig Jahre als Vorstand. Zweite Vorsitzende Sigrid Wendel dankte und betonte, dass ein so langes ehrenamtliches Engagement an vorderster Stelle heute Seltenheitswert besitzt.
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