Wunsch: Kleiner Grenzverkehr

Staatsministerin Emilia Müller (am Rednerpult) zeigte vor einem hochkarätig besetzten Podium Perspektiven für einen grenzüberschreitenden Arbeits- und Lebensraum auf. Bild: eib
Lokales
Schönsee
22.04.2015
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Wie können wir in Zukunft grenzüberschreitend erfolgreich bleiben? Wie gelingt es uns, die Arbeitsplätze und die Infrastruktur der Zukunft zu schaffen und zu erhalten und wie können wir Schulen, Tourismus und Kultur noch enger vernetzen?

Diese und viele andere Fragen (wir berichteten) standen im Mittelpunkt einer hochkarätig besetzten und in dieser Form bisher einzigartigen Impuls-Veranstaltung des CSU-Bezirksverbandes Oberpfalz zum Thema "Zukunft in der Mitte Europas" im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB).

Hochkarätig besetzt

Prominenter Gast war neben der Bayerischen Sozialministerin Emilia Müller der stellvertretende Ministerpräsident der Tschechischen Republik, zuständig für Wissenschaft, Forschung und Innovation, Dr. Pavel Belobrádek. Er ist zugleich auch Parteivorsitzender der Christlich-Demokratischen Union KDU-CSL, der Schwesterpartei der CSU in Tschechien. "Der Tagungsort hätte nicht besser gewählt werden können", bekundete Bürgermeisterin Birgit Höcherl, denn die hervorragende Arbeit des CeBB als Kulturdrehscheibe strahle weit in die Region hinaus.

Große Strahlkraft

Sie konnte von zahlreichen Begegnungen und Erfahrungen mit den tschechischen Nachbarn berichten - von Gemeindepartnerschaften, von Zusammenarbeit der Feuerwehren und Schulen, von Tschechisch-Kursen und dem Freilichtspiel "Pascher - die Nacht der langen Schatten", bei dem es letztendlich auch um die Versöhnung zwischen den Völkern geht. "Wir müssen uns bewusstmachen, dass wir bis 1989 die Nahtstelle zweier Systeme waren", sagte MdL Alexander Flierl.

Die Region habe sich in den vergangenen 25 Jahren gut entwickelt, wobei das CeBB hier eine Leuchtturm-Funktion einnehme. Mit den richtigen politischen Rahmenbedingungen und dem Fleiß der Arbeitnehmer wolle man die Grenzregion weiter stärken. Dazu gehöre neben der Mobilität auf den Straßen auch eine verbesserte Schienenanbindung. Flierl brachte hier auch den Wunsch aufs Tablett, in Schwarzach einen Kfz-Grenzübergang zu schaffen und bat die tschechische Regierung hierbei um Unterstützung.

"Der Raum Pilsen prosperiert als wirtschaftliches Kraftzentrum", stellte Sozialministerin Emilia Müller fest. Hier gelte es, die wirtschaftlichen Kraftzentren Oberpfalz und Pilsen zu vernetzen. Sie sprach von mittlerweile 12 000 tschechischen Arbeitnehmern, die im Umkreis von 40 Kilometern zur Grenze in der Oberpfalz Arbeitsplätze haben. Rund ein Drittel des tschechischen Außenhandels werde mit Bayern abgewickelt und von den tschechischen Nachbarn würden mittlerweile jedes Jahr im bayerischen Grenzraum 100 Millionen Euro ausgegeben. Der stellvertretende Ministerpräsident der Tschechischen Republik, Dr. Pavel Belobrádek, der erst 38 Jahre alt ist und als einer der großen Nachwuchstalente in Prag gilt, hielt ein flammendes Plädoyer für die bayerisch-böhmische Zusammenarbeit. In der Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft sieht er sehr gute gemeinsame Zukunftschancen. "Es ist auch keine Schande für uns, von dem zu lernen, was in Bayern schon gelungen ist", so der Vizepräsident.

Fachkräftemangel

"Es ist vor allem auch die überregionale Zusammenarbeit der Unternehmen, mit der die Erfolgsgeschichte des Grenzraums geschrieben wird", stellte IHK-Geschäftsführer Richard Brunner fest. 140 Unternehmen aus der Oberpfalz hätten diesen Erfolg mitgestaltet. Wenn man auf höchster Ebene weiterhin erfolgreich sein wolle, kämen schnell die Hochschulen mit ins Spiel.

Den Fachkräftemangel gebe es auf beiden Seiten, so Brunner, deshalb sei hier auch ein professionelles Marketing erforderlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
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