Altes Schulhaus verschwindet

In drei Monaten ist der Blick von der Hauptstraße zur Kirche frei. Der Abbruch der alten Schule ist für die Weihnachtsferien geplant. Zuvor müssen die Wohnungen allerdings von Müll befreit werden. Bild: Portner
Politik
Schönsee
29.09.2016
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Die Tage der alten Schule in Schönsee sind gezählt: Der riesige Bau an markanter Stelle wird in den Weihnachtsferien dem Bagger zum Opfer fallen. Für die Ersatzgestaltung des Platzes gibt es einen Plan.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl übergab gleich zu Beginn der öffentlichen Stadtratssitzung das Wort an Architekt Christian Schönberger. Dieser trug die Fakten zum geplanten Abriss der alten Schule an der Hauptstraße in Schönsee vor. "Für das große Gebäude rückt großes Gerät an", stellte der Experte fest. Ein Problem seien die vielen unterschiedlichen Baustoffe, die beim Umbau in Wohneinheiten (1500 Quadratmeter) zum Zuge kamen. Das Schadstoffgutachten liege bereits vor.

Jede Menge Müll


Das im Jahre 1889 errichtete dreigeschossige Gebäude an der Staatsstraße 2159 diente ohne besondere Veränderungen für etwa drei Generationen als Schulhaus. Nach dem Neubau der Grund- und Hauptschule wurde es privat genutzt. Schließlich hatte es die Eigentümergemeinschaft der Stadt als Schenkung angeboten. "9000 Kubikmeter stehen zum Abbruch", informierte der Architekt, "und Müll, jede Menge Müll". Zehn Tage müssten allein für das Ausräumen der Wohnungen eingeplant werden, in denen sich Möbel, Kuscheltiere, Kleidung und Unrat stapeln.

Zeitplan und Kosten


"Die alte Schule ist von Denkmälern eingerahmt", betonte Schönberger und sprach den Ensembleschutz an. Nach dem Abbruch weite sich der Blick in die Lebzeltergasse zur Kirche hinauf. Ein Stück der im Boden liegenden Rückwand zum Kirchenvorplatz hin, bleibe aus statischen Gründen als Mauer erhalten (Niveauunterschied 4,50 Meter). Der Zeitplan sehe im November die Ausräumarbeiten und den Abbruch der Garagen vor, um Platz für die Container zu schaffen. Beim Abbruch des Hauptgebäudes sei eine Vollsperrung der Staatsstraße 2159, die mit Stahlplatten abgedeckt wird, unumgänglich. Laut der Bürgermeisterin sollte dies in die Weihnachtsferien gelegt werden, da es sonst Probleme mit dem Schulbus gibt. "Das Wetter spielt ja keine Rolle, wie mir zugesichert wurde", ergänzte Höcherl.

Die Maßnahme ist im Haushaltsplan 2016 enthalten. Der Abbruch kostet der Stadt rund 240 000 Euro, inklusive der Baunebenkosten und Sicherung der Nachbaranwesen. "Voraussichtlich werden 60 Prozent der anrechenbaren Kosten gefördert", informierte Geschäftsleiter Matthias Jeitner dazu.

Zum Thema "Ersatzgestaltung" stellte Schönberger eine Skizze des städtebaulichen Beraters Siegi Wild vor. "Zur Neugestaltung des Platzes gibt es drei Varianten. Diese wurden schon öfters diskutiert", betonte Birgit Höcherl. Auch eine Informationsversammlung für die Bevölkerung hat im Vorjahr stattgefunden. Aus Sicht der Regierung der Oberpfalz sollte unbedingt versucht werden, einen Ersatzbau voranzubringen. "Wir haben eine Idee. Aber diese scheitert derzeit an der Umsetzung", so die Bürgermeisterin. Deshalb könne auch kein zeitlicher Rahmen dafür festgesetzt werden. Der Stadtrat beschloss den Abriss einstimmig. Danach soll das Gelände so angelegt werden, dass ein späterer Ersatzbau möglich ist. Die Bebauung des Geländes werde entsprechend den Vorschlägen von Siegi Wild angestrebt. Der Treppenaufgang zur Kirche bleibe unverändert.

Förderantrag stellen


Die Verwaltung wurde beauftragt, den Antrag für die städtebauliche Förderung auszuarbeiten und den Antrag auf Genehmigung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns zu stellen. Über den weiteren Verlauf der Sitzung berichten wir in unserer morgigen Ausgabe.
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