Marode Straßen unter der Lupe

Die Böhmerwaldstraße, hier an der Abzweigung in den Jochelweg (links) bzw. in den Magdalenenweg (rechts) steht auf der Sanierungsliste ganz oben. Bild: Köppl
Politik
Schönsee
24.11.2016
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In Sachen Straßensanierungen wird in den nächsten Jahren einiges auf die Stadt an Kosten zukommen. Teilweise auch auf die Bürger, die mit Straßenausbaubeiträgen mit von der Partie sein werden. Das ist das Ergebnis einer Straßenzustandsbewertung, die die Stadt beim Ingenieurbüro Weiß & Partner beauftragt hatte.

Das Ergebnis stellte Diplom-Ingenieur Hans Böckl in der Stadtratssitzung am Dienstagabend vor. Doch bevor es dazu kam, ging es zuerst einmal recht turbulent zu. Stadtrat Andreas Hopfner stellte die Beschlussfähigkeit des Gremiums in Frage. Wie auch Kollege Thomas Schiller bestätigte, sei die Ladung erst am 17. November mit der Post eingetroffen und damit nicht innerhalb der in der Geschäftsordnung festgelegten Ladungsfrist.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl und Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner stellten einmütig fest, dass am 15. November die Ladung erstellt und in den Postauslauf gegangen sei. An was es gehakt hat, konnten beide spontan nicht beantworten. "Warum sagt ihr das erst heute, wenn wir das früher gewusst hätten, hätten wir es klären können", warf Bürgermeisterin Birgit Höcherl den Beschwerdeführern vor. Matthias Jeitner führte aus, dass es vom rechtlichen her kein Problem sei, den "Ladungsmangel" per Stadtratsbeschluss zu beheben. So geschah es auch. Einstimmig beschloss das vollzählig anwesende Stadtratsgremium, trotz "formeller Mängel" die Sitzung abzuhalten.

Unter der Lupe


Bei der Zustandsbewertung der Straßen hatte das Ingenieurbüro Weiß & Partner die Aufgabe - mit Blick auf eine vom Stadtrat zu erstellende Prioritätenliste - insgesamt 13 Straßen näher unter die Lupe zu nehmen. Untersucht wurden die Gemeindeverbindungsstraße Laub-Schwand und weitere zwölf Innerortsstraßen: Böhmerwaldstraße, Adalbert-Stifter-Straße, Magdalenenweg, Hans-Watzlik-Straße, Jochelweg, Freyung, Raiffeisenstraße, Münchner Straße, Nürnberger Straße, Im Winkl und Weißbachweg (beide in Dietersdorf) sowie Robain.

Hans Böckl zeigte exemplarisch an der Böhmerwaldstraße und der Adalbert-Stifter-Straße die Vorgehensweise der Zustandsbewertung auf. Unter anderem wurden durch Bohrungen und Schürfungen und anhand von Unterlagen der Aufbau der Straße (Entwässerung, Schotter, Asphalt) untersucht und die Mängel dokumentiert sowie die notwendigen Baumaßnahmen (Sanierung, Neubau) vorgeschlagen. Wobei im Einzelfall dann auch noch geprüft werden muss, ob im Zug von Neubau und Sanierung auch Kanal- und Wasserleitungen erneuert bzw. saniert werden müssen.

Die Untersuchungen haben laut Böckl auch ergeben, dass wie in der Böhmerwaldstraße oder in der Adalbert-Stifter-Straße die Straßen oft in verschiedenen Abschnitten errichtet wurden und unterschiedliche Ausbauqualität besitzen. Entsprechend seien in manchen Abschnitten Sanierungen möglich, in anderen käme wohl nur ein Vollausbau in Frage. "Wir wissen, dass einige Straßen kaputt sind und wir wollen auch keine Augenauswischerei betreiben", merkte Bürgermeisterin Birgit Höcherl mit Blick auf Straßenausbaubeiträge an, die dann auf die Anlieger zukommen.

Das sei auch der Grund, dass notwendige Straßenbaumaßnahmen "geschoben" wurden, weil die Bürger erst bei der Kläranlage zur Kasse gebeten wurden und man etwas "Luft" verschaffen wollte. Konkret über Ausbaubeiträge zu reden, sei allerdings noch viel zu früh. Zuerst müsse sich der Stadtrat auf eine Prioritätenliste verständigen und entscheiden, wo eine Sanierung möglich ist und wo ein Vollausbau erforderlich ist. Davon und auch von der Verkehrsbedeutung hängen dann die Straßenausbaubeiträge ab.

Prioritätenliste


Hans Böckl warnte aber auch davor, zu lange zu warten, weil sonst derzeit noch sanierbare Straßen in einigen Jahren möglicherweise nur mehr im Vollausbau verkehrstüchtig gemacht werden können.

Den Wortmeldungen im Stadtrat war zu entnehmen, dass von der Verkehrsbedeutung und der Dringlichkeit her wohl weitgehend Einigkeit darüber herrscht, dass die Böhmerwaldstraße und sinnvoller Weise davon abzweigende Straßen und Wege ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Eine konkrete Entscheidung will der Stadtrat dazu im nächsten Jahr treffen.
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Thomas Schiller aus Schönsee | 24.11.2016 | 22:21  
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