Mit Wasserleitung im Zugzwang

Von der Firma Weinfurtner aus wird in einem zweiten Bauabschnitt die Wasserleitung auf einer Länge von 1,6 Kilometern neben der Staatsstraße bzw. teilweise auch im Wald in Richtung Rosenthal/Rosenhof gebaut. Bild: Köppl
Politik
Schönsee
20.10.2016
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"Der Stadtrat genehmigt die Planungen des Ingenieurbüros Weiß für die Weiterführung der Wasserversorgung Muggenthal und beschließt die Durchführung. Die Mehrkosten gegenüber dem bis- herigen Vorschlag belaufen sich auf circa 50 000 Euro".

Mit diesem einstimmigen Beschluss gab der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstagabend grünes Licht für den zweiten Bauabschnitt der Wasserversorgung Muggenthal. Vor der Abstimmung hatte Diplomingenieur Winfried Legl vom Büro Weiß & Partner die aktuellen Planungen vorgestellt.

Im ersten Abschnitt sind die Leitungen bereits bis zur Firma Weinfurtner verlegt worden. Ursprünglich war vorgesehen, die restliche Trinkwasserleitung bis Rosenhof/Rosenthal unter Ausnutzung von Synergieeffekten im Zug des Staatsstraßenausbaus zu verlegen. Wann diese Maßnahme allerdings beginnt, ist derzeit nicht absehbar. Auf der anderen Seite steht die Stadt aber unter Zugzwang, weil die staatliche Förderung für das Trinkwasserprojekt ausläuft, die immerhin bei etwa 60 Prozent liegt.

Rund 350 000 Euro


Legl machte deutlich, dass der zweite Bauabschnitt deshalb Ende 2017 abgerechnet sein muss. Das bedeute, dass im zeitigen Frühjahr ausgeschrieben werden müsse, um die Maßnahme im Sommer 2017 zum Ende zu bringen. Weil Straße und Wasserversorgung nun nicht in einem Aufwasch gebaut werden können (die Wasserleitung wäre zum Teil auch im Straßengrund verlaufen) muss eine neue Trasse gefunden werden. Diese führt auf einer Länge von 1 652 Metern entlang der Staatsstraße nach Rosenthal, wobei auch die Ascha durchquert werden muss, um auf einen Waldweg wechseln zu können. Samt Hausanschlüssen ist mit Kosten von rund 350 000 Euro zu rechnen. Das sind, weil die neue Trasse rund 125 Meter länger ist, 50 000 Euro mehr als für die bisherigen Planungen.

"Wir können die Förderung nicht sausen lassen", machte Bürgermeisterin Birgit Höcherl deutlich und plädierte für die vom Ingenieurbüro Weiß erarbeitete Lösung. So sah es auch der komplette Stadtrat. Weil für die neue Leitung zum Teil auch Privatgrund benötigt wird, müssen auch noch entsprechende Gespräche und Vereinbarungen mit den Grundstücksbesitzern geschlossen werden. Mehrkosten werden auf die Anschließer nicht zukommen, da die Baukosten für die Wasserleitung bis zur Grundstücksgrenze von der Stadt zu bezahlen sind. Für die Grundstücksbesitzer fallen Beiträge und Gebühren nach der unverändert gültigen Satzung an.

Schnell abgehakt war der Punkt "Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung", zu dem Geschäftsleiter Matthias Jeitner die Erläuterungen gab. Beim Neubau der Kläranlage wurden Verbesserungsbeiträge erhoben. Diese betragen 4,64 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche und kommen zu den normalen Herstellungsbeiträgen von 7,00 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche hinzu. Künftig wird nicht mehr zwischen Herstellungs- und Verbesserungsbeiträgen entschieden, in der Summe ändert sich nichts. Damit beträgt der Beitrag pro Quadratmeter Geschossfläche weiterhin 11,64 Euro; pro Quadratmeter Grundstücksfläche fallen unverändert 1,61 Euro an.

Noch Gesprächsbedarf


Zum Thema "Defizitvereinbarung Kinderhaus mit der Katholischen Kirchenstiftung" besteht nach Aussage von Bürgermeisterin Birgit Höcherl nach Gesprächen zwischen Pfarrer, Kirchenpfleger und Stadt noch weiterer Gesprächsbedarf mit der bischöflichen Finanzkammer, weshalb es von der Tagesordnung genommen wurde. Auch in Sachen "Schülerbeförderung" arbeite man an einer Lösung, so die Bürgermeisterin.
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