Neue Optik für die Pfarrgasse

Auch im Licht der untergehenden Sonne erkennt man Potenzial und Charme, der in der Pfarrgasse steckt. Der Stadtrat plant eine durchgehende Pflasterfläche, die allerdings leicht begehbar sein soll. Bilder: Portner (2)
Politik
Schönsee
28.07.2016
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Treppenaufgänge und Sockelbereiche können mit einer sehr hohen Förderung der Privatmaßnahmen neu gestaltet werden. Anlieger erfahren auf einer Informationsversammlung noch Näheres dazu. "Niemand muss, jeder kann", so der Tenor im Stadtrat.

"Was braucht man für eine schöne Straßengestaltung?", lautete der Arbeitstitel im Stadtrat Schönsee. Hier steht die Pfarrgasse zur Sanierung an. Die Bürgerwünsche sollen oberste Priorität haben - bis auf einen Punkt.

Die Hauptstraße in Schönsee hat drei parallel verlaufende Straßen: Kirchstraße, Pfarrgasse und Am Graben. Im Fokus des Gemeinderates steht nun die Sanierung der Pfarrgasse. Rund 25 Anwesen sind hier gemeldet; etliche Betroffene wohnten der öffentlichen Sitzung bei und mischten in der Diskussion mit. Bürgermeisterin Birgit Höcherl verwies darauf, dass im Herbst eine Informationsversammlung stattfindet und noch vorher - in der ersten Stadtratssitzung nach der Sommerpause - eine gemeinsame Begehung mit dem Architekten.

Hohe Förderung


Vom Neunburger Architekturbüro Weiß & Partner stellte Städtebauarchitekt Martin Popp seine Vorschläge anhand von Bildern und Skizzen vor. Als Gestaltungselemente nannte er die Treppen zu den Hauseingängen. So gebe es künftig keine hohen Bordsteinkanten mehr und bisher ebene Eingänge würden im Zuge der Oberflächenangleichung (Absenkung) ein bis zwei Stufen erhalten. Für die Erneuerung der Treppeneingänge und auch für Fassaden und Garagentore habe Baudirektorin Birgitt Niegl eine sehr hohe Förderung (bis zu 100 Prozent) in Aussicht gestellt. Der Architekt könnte sich gestockte Granitsteine, verputztes Podest und ein einfaches Treppengeländer vorstellen. Die schmalen Beete zwischen Häusern und Straße könnten bepflanzt oder mit Kies aufgefüllt werden. Die Wasserleitung aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts sei "kaputt und fertig" und auch die korrodierten Beton-Kanalrohre müssten ausgebaut werden. Das Thema Kosten interessierte natürlich stark. Für die Neugestaltung der Pfarrgasse nannte der Architekt eine Brutto-Summe von 512 000 Euro, für Zugänge/Treppen 92 000 Euro an und für Kanal/Wasser 134 000 Euro, was eine Gesamtsumme von 738 000 Euro ergibt (Förderquote 60 Prozent).

Erst Musterfläche


Die Stadträte hakten zum Thema "Pflaster" nach. Wie aus den Zuhörerreihen zu hören war, weise die Pflasterung in einer bereits sanierten Straße Mängel auf, so dass diese lieber beim Asphalt bleiben würden. "Es wird so geplant, dass die Gasse leicht begehbar ist. Dafür werden Steine mit einer verbesserten und glatteren Oberfläche verwendet", beschwichtigte Martin Popp und verwies auf "geschnitten statt gesägt". Es werde eine Musterfläche gepflastert und erst nach der "Absegnung" durch die Stadträte weitergemacht.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl betonte, dass im Sanierungsgebiet auch gestalterische Elemente eine große Rolle spielen: "Es ist eine förderfähige Maßnahme, die das Ortsbild verschönert und kann deshalb nicht nur einfach und praktisch sein." Laut Aussage der Regierung führe am Pflaster kein Weg vorbei. Sie betonte aber auch, dass der Stadtrat die Maßnahme nur mit den Bürgern durchzieht: "Wir wollen, dass die Anlieger davon überzeugt sind. Schließlich bedeutet es für ihre Anwesen auch einen Mehrwert." Das bekräftigte auch Zweiter Bürgermeister Josef Irlbacher: "Die Anlieger sollen mit entscheiden. Wir wollen ja alle eine schöne Straße!" Wie zu hören war, wird nur die billigste Variante (Kosten wie Asphaltierung) umgelegt.

Hans Pfistermeister fand den Plan "klasse", wobei in Einzelfällen noch kleinere Verbesserungen nötig seien. Andreas Hopfner wies darauf hin, dass der Ausbau barrierefrei und behindertengerecht erfolgen muss, nachdem viele ältere Leute in der Pfarrgasse wohnen. Auf Wunsch der FWG Schönsee und Umgebung wird der Beschluss für das Pflaster erst in der nächsten Stadtratssitzung gefasst - auf der Tagesordnung stand ohnehin nur "Vorstellung der Planung".
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