Projekt „Bereitstellung von Wohnraum für Bedürftige bzw. anerkannte Flüchtlinge“
Festplatz im Jubiläums-Kleid

Der Festplatz an der Böhmerwaldstraße wird 2017 Schauplatz des Jubiläums zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr. Dazu soll das Areal auch optisch auf Vordermann gebracht werden. Bild: Köppl
Politik
Schönsee
20.04.2016
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Grundsätzlich aufgeschlossen zeigt sich der Stadtrat gegenüber dem Projekt "Bereitstellung von Wohnraum für Bedürftige bzw. anerkannte Flüchtlinge" der Leerstandsoffensive (LSO). Der Beteiligung stimmte der Stadtrat unter dem Vorbehalt zu, dass möglichst alle zwölf Kommunen im "Brückenland Bayern-Böhmen" mit im Boot sind.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl verwies in der Stadtratssitzung am Dienstagabend auf ein entsprechendes Angebot des die "Leerstandsoffensive" begleitenden Stadtplanungsbüros u.m.s. Es beinhaltet die Bereitstellung von Wohnraum zur Unterbringung von Bedürftigen bzw. anerkannten Flüchtlingen im Bereich der zwölf Gemeinden im "Brückenland Bayern-Böhmen". Höcherl empfahl die Beteiligung, zumal der Freistaat lukrative Förderprogramme zur Verfügung stellt und man damit eventuell die Sanierung der Klöppelschule auf den Weg bringen könnte.

Unter Vorbehalt


Geschäftsleiter Matthias Jeitner erläuterte, dass sich das u.m.s.-Angebot auf rund 25 000 Euro beläuft, befristet auf das Jahr 2016. Der nicht durch Fördergelder gedeckte Bedarf wird pro Einwohner auf die Kommunen des "Brückenlands" umgelegt. Bei einer 60-prozentigen Förderung durch die Regierung käme auf die Stadt Schönsee ein Beitrag von 1 288 Euro zu, bei 70-prozentiger Förderung von 966 Euro. Zur inhaltlichen Arbeit informierte Bürgermeisterin Birgit Höcherl auf Nachfrage von Stadtrat Michael Ebnet, dass dabei die Reaktivierung von Wohnungsreserven für Bedürftige und Flüchtlinge oberste Priorität habe.

Zudem soll ein Integrationsnetzwerk aufgebaut werden, das Vertreter des Landkreises, der Wirtschaft, der Bildung und gesellschaftliche Institutionen an einen Tisch bringt. Dies mit dem Ziel, den Wohnungsleerstand, den teilweisen Fachkräftemangel, die Unterauslastung der Infrastruktur und die Flüchtlingsthematik intelligent zusammenzubringen. "Leerstand ist ein großes Thema, hier müssen wir dran bleiben", so Stadtrat Josef Fleißer und Kollege Andreas Hopfner appellierte, "hier noch mehr anzuschieben". Stadtrat Josef Eibauer schwebt vor, diese Thematik mittelfristig in eine Entwicklungsgesellschaft mit lokalen Akteuren auszulagern.

"Jetzt nochmal mitzumachen, aber mittelfristig andere Strategien entwickeln", war auch die Meinung von Stadtrat Hans Pfistermeister. Bürgermeisterin Birgit Höcherl zeigte an Hand von Beispielen auf, dass seit der "Leerstandsoffensive" der Wohnungs- und Grundstücksmarkt in Bewegung gekommen ist und auch die Preisvorstellungen beeinflusst hat. Unter dem Vorbehalt, das Thema nochmal zu beraten, wenn nicht alle Kommunen mitmachen, sprach sich der Stadtrat einstimmig für die Teilnahme am LSO-Projekt aus.

Angebote einholen


Die Feuerwehr Schönsee feiert vom 25. bis 29. Mai 2017 ihr 150-jähriges Gründungsfest und stellte bei der Stadt den Antrag, dafür den Festplatz an der Böhmerwaldstraße zu nutzen. Bürgermeisterin Birgit Höcherl verlas dazu das entsprechende Schreiben, in dem die Feuerwehr auch um Verbesserungsmaßnahmen bittet. "Wir haben den Festplatz angeschaut, es besteht Handlungsbedarf", bestätigte die Bürgermeisterin mit dem Hinweis auf die vorherige Besichtigung durch den Stadtrat und regte an, auch gleich den Platz vor dem Moorbad mit einzubeziehen. Über Art und Umfang der Sanierung des Festplatzes gingen die Meinungen im Stadtrat allerdings auseinander. "Aufgradern, neu schottern und die Randbereiche saubermachen", schlug Birgit Höcherl vor und verwies auch auf die Nutzung des Platzes durch Busse zum Wenden und Parken. "Da müssen wir uns noch was überlegen", so die Bürgermeisterin. "Für die Busse zum Wenden abgrenzen", schlug 3. Bürgermeister Josef Höcherl vor und Stadtrat Hans Pfistermeister meinte: "Den vorderen Bereich, wo die Busse fahren, sollten wir teeren, das ist dann sauber und hält".

Mit einer Versiegelung durch eine Asphaltdecke konnten sich Birgit Höcherl und Josef Höcherl nicht anfreunden und Andreas Hopfner war dafür, es beim Ausbessern der Schlaglöcher zu belassen. Schließlich beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, entsprechende Angebote einzuholen. Dann wird man sich weiter beraten.
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