30 000 Flüge für ein Pfund Honig

"Ist in der Natur der Tisch der Bienen mit Blüten gedeckt, gibt es vitale Bienenvölker", sagte der Imker-Vorsitzende Michael Völkl bei seinem Referat. Bild: mmj
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Schönsee
07.11.2016
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Honigbienen sind beim Verbraucher vor allem wegen ihres Produkts beliebt. Und für die Natur, besonders für die Landwirte und Obstbauern, leisten sie enorme Arbeit. Oft wird aber die Wichtigkeit dieser nützlichen Insekten für die Allgemeinheit unterschätzt.

Für 98 Prozent der heimischen Imker ist die Haltung von Bienen Hobby und Liebhaberei. Für den Deutschen Imkerbund ist es Ziel, die Bienenhaltung zu fördern und verbreiten. Der Vortrag von Michael Völkl aus Pirk, dem Vorsitzenden des "Imkerverein Schönsee und Umgebung", machte dabei Aspekte der Bienenzucht besonders für Neueinsteiger interessant. Erfahrene Imker ergänzten mit Kenntnissen zu ihrem Hobby die Gesprächsrunde.

Beratung empfohlen


Aus wirtschaftlicher Sicht, so Völkl, fordert der Start in die Imkerei Investitionen. Die Kosten der Anschaffungen für Bienenvölker und die Ausrüstung sind zu beachten. Dabei wird die Beratung von langjährigen Imkern besonders empfohlen. Zum Einstieg in die Imkerei stellt der Imkerverein für Neulinge ein Bienenvolk zur Verfügung. Gerätschaften wie zur Honiggewinnung (Schleuder, Sieb) könnten, zumindest anfangs, auch ausgeliehen werden.

Krankheitserreger


Der Erwerb von gebrauchten Geräten ist wegen der Gefahr von Krankheitserregern in den Bienenkästen nicht immer von Vorteil. Der Sammeleinkauf über Honigerzeugergemeinschaften sollte genutzt werden. Für die Biologie und die Lebensweise dieser nützlichen Insekten ist ein passender Platz von wichtiger Bedeutung. Verschiedene Komponenten wie Blütenstand, Temperatur und Luftfeuchtigkeit zeigen an der Qualität und Menge des Honigs die Vielfalt der Natur.

Beachtenswert sei für die Honiggewinnung, dass für 500 Gramm Bienenhonig 30 000 Ausflüge und drei Millionen Blütenbesuche von den kleinen Tieren benötigt werden. Bienen brauchen Blüten in verschiedenster Form vom Frühjahr bis in den Herbst. Den Kontakt zu Blüten nannte Michael Völkl eine Dienstleistung mit dem Hauptzweck der Befruchtung. Die Vielseitigkeit der Blüten in der Natur haben einen Einfluss auf die Vitalität der Bienen, die mit Honig zur Nahversorgung beitragen. Die Honigqualität von Bienenvölkern in der Großstadt hinke der am Land nicht hinterher.

Pflanzenschutzmittel beeinflussen Güte und Ertrag immer mehr. Von Imkern aus unserer Region würden bereits Bienenkästen in Ballungszentren aufgestellt. Eine wirtschaftliche Imkerei hat das Ziel, Honig zu ernten. Eine Kostenneutralität kann zusätzlich, unter anderem mit der Herstellung von Wachs oder Königinnenzucht, erreicht werden.

Grundlehrgang


Nicht zu unterlassen sei für die Imker eine Beratung über eine Haftpflicht- und Ausrüstungsversicherung. Neueinsteigern wird ein Grundlehrgang empfohlen, die erworbenen Kenntnisse können durch die Inanspruchnahme der Fachberatung für Aus- und Fortbildung erweitert werden. Als wichtige Anlaufstelle für Fragen empfiehlt der Imkervorsitzende generell den Rat erfahrener Imker einzuholen.
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