Ausstellung "Auf Schmugglerpfaden" im CeBB eröffnet
Gewieft beim Grenzverkehr

Vermischtes
Schönsee
08.10.2016
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Bis Mitte November können sich Besucher im Centrum Bavaria Bohemia "Auf Schmugglerpfaden" bewegen. Die neueste Ausstellung beleuchtet ein spannendes Kapitel bayerisch-böhmischer Grenzgeschichte.

Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) präsentiert in den kommenden Wochen diese Wanderausstellung des Zwieseler Kulturvereins "Über d' Grenz". Bei der Eröffnung am Donnerstag nutzten viele Geschichtsinteressierte, Personen, die beruflich an der Grenze tätig sind sowie Mitglieder des Paschervereins Schönseer Land den Abend, um sich mit den zahlreichen informativen Exponaten in eine spannende Zeit an der Grenze zurückzuversetzen.

Pascher-Geschichten


Nach dem musikalischen Auftakt von Bernhard Bauer auf der Quetsch'n hieße CeBB-Leiter Hans Eibauer die zahlreichen Gäste im Namen des Trägervereins Bavaria Bohemia willkommen. Bürgermeisterin Birgit Höcherl spannte in ihrem Grußwort den Bogen zu Pascher-Geschichten aus dem Schönseer Land, die Karl Völkl im Büchlein "Aus Böhmen kommt nicht nur die Musik . . ." aufgeschrieben hatte, sowie zum Freilichtspiel "Pascher, die Nacht der langen Schatten". Diese Geschichten hätten Autor Martin Winklbauer dazu angeregt, beim Pascherspiel eine geschmuggelte Kuh in den Mittelpunkt zu stellen. Beim Freilichtspiel gehe es aber nicht nur um das Paschen, sondern auch um die Versöhnung von Bayern und Tschechien.

Vom Verein "Über d' Grenz" aus Zwiesel führte Schriftführerin Doris Thomas in die Ausstellung ein und stellte die Initiative vor. Kuratorin Zuzana Jonová habe die sehr sehenswerte Ausstellung zusammengetragen, in der Leihgaben aus Museen in Waldmünchen, Wegscheid und Písek die Geschichte des Schmuggelns illustrieren. Die Schmuggler oder die Pascher gehörten zu den Leuten, die über Jahrhunderte die bayerisch-böhmische Grenze überquerten und Waren von der billigeren zur teureren Seite hin- und her verschoben. Oft war es Vieh von drüben und Salz von herüben.

Mit im Gepäck hatten die Schmuggler meist Nachrichten, die manchmal nicht ganz der Wahrheit ansprachen und ausgedacht waren, um falsche Fährten zu legen. Es seien gewiefte, ortskundige Leute gewesen, die sich von Krisensituationen nicht abbringen ließen und es schafften, auf verschlungenen Pfaden und immer wieder neuen Wegen, mit Finten und unterstützt von Kollaborateuren, die Staatsgewalt auszutricksen. Ihr Handeln half der armen Landbevölkerung, doch vor allem ihrem eigenen Geldbeutel. Je brenzliger die Situation, desto mehr Risikozuschlag wurde verlangt. Sie führten einen ständigen Kampf mit den Zöllnern, welche die Schmuggler um jeden Preis finden und hinter Gitter bringen wollten.

Untern den Eröffnungsgästen befand sich auch eine Studentengruppe des Masterstudiengangs "Public Management" der Technischen Hochschule Deggendorf und der Verwaltungshochschule Hof. Sie schlossen im CeBB ihre Exkursion zu grenzüberschreitenden Einrichtungen in den Landkreisen Regen, Cham und Schwandorf ab.

Deftige Pascherwürste


Beim folgenden Stehempfang bewirteten das CeBB-Team und Ehrenamtliche die Gäste - passend zum Abend - mit Pascherwürsten. Die Ausstellung ist bis November geöffnet.
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