Erinnerungen an "richtige" Winter
Die Straßen von Hand freigeschaufelt

Noch ist die Schneemenge, die auf den Dächern der Häuser rund um den Schönseer Hahnenweiher zu bewältigen. Aber der Winter kann noch einige Überraschungen bringen. Bilder: gl (2)
Vermischtes
Schönsee
06.02.2016
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Kommt er und bleibt er? Wenn es um den Schnee geht, sind die Erwartungen unterschiedlich.

Während bei viel Schnee die Anwesens- und Hausbesitzer mit der Verpflichtung konfrontiert sind, die Gehwege freizuhalten, kommen auf die Räum- und Streudienste der Kommunen, des Landkreises und der Straßenbauämter schon früh am Morgen und den ganzen Tag über zahlreiche Einsätze zu. Wintersportler und die Jugend erhoffen sich möglichst viele Möglichkeiten von der weißen Pracht.

In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich klimatisch viel geändert. So entstanden aufgrund der üblichen Schneemengen im Schönseer Land mehrere Wintersportmöglichkeiten. Beginnend 1977 mit einem primitiven, von einem VW-Motor angetriebenen Schlepplift am Sauberg in Dietersdorf. Es folgten Lifte der Familie Höllerl in Lindau, vom Markt Eslarn am Stückberg, der Plattenlift vom Hotel Hubertus in Dietersberg und schließlich das Skizentrum Reichenstein in Stadlern mit fünf Liften. Sie sind inzwischen wegen dem permanenten Schneemangel zurückgebaut.

Der vorletzte im Vorjahr in Lindau, während noch ein Lift des seit 2005 insolventen Skizentrums im Stillstand dahindümpelt. Das 1965 in der "Grenzwarte" als Traum angekündigte "Winterssportgebiet Schönsee" hatte nur kurzzeitig Hochkonjunktur. Geblieben ist der vom Wintersportverein (WSV) - er feierte kürzlich sein 50-jähriges Bestehen - betriebene Skilanglauf. Darin stellte er 1977 mit Toni Flöttl sogar einen Deutschen Meister. Dazu kam die Austragung von überregionalen Meisterschaften und aktuell der Betrieb des Nordic-Sport-Centrums in Schwand.

Erinnerungen an schneereiche Winter werden aber zuweilen wach. So daran, dass 1963 auf der bestehenden Bahnlinie der Triebwagen einschließlich Berge-Lokomotiven hoffnungslos stecken blieb, aber auch der viele Schnee im Februar 2006, der Gebäude zum Einsturz brachte und die Hilfsdienste enorm forderte. Die ältere Generation kann sich aber auch noch daran erinnern, dass die Straßen von Hand freigeschaufelt werden mussten, was zugleich eine willkommene Einnahme für die von den Straßenwärtern angeheuerten Schaufler bedeutete. Viel Schnee konnte und kann Freud' und Leid mit sich bringen, er gehört zu den Erwartungen an einen Winter.
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