Grenzenlos joggen

Bürgermeister Gerald Reiter (links) will auch bei diesem Lauf die Sportler anfeuern. Archivbild: wsv
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Schönsee
16.08.2016
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Sport und Politik überwinden Grenzen: Der 8. Paneuropa-Halbmarathon verläuft von Stadlern bis zum Schloss von Pobežovice. Das Ziel ist wohlgewählt.

Der Paneuropa-Halbmarathon überwindet heuer zum achten Mal die bayerisch-tschechische Grenze: Am Samstag, 20. August machen sich wieder Läufer aus Tschechien und Deutschland von Stadlern aus auf in die tschechische Stadt Pobežovice (Ronsperg).

Die 21,6 Kilometer des Paneuropa-Halbmarathons führen durch das landschaftlich äußerst reizvolle, aber bergige Gebiet des Böhmerwalds. Die Strecke fordert von den Athleten Kraft und Ausdauer. An mehreren Getränke- und Verpflegungsstationen werden die Starter versorgt. Das Ziel in Pobežovice (Ronsperg) ist der Platz vor dem Schloss. Der Halbmarathon ist eingebettet in das Stadt- und Kirchweihfest. Bürgermeister Hynek Riha ist zusammen mit dem Bürgermeister der Gemeinde Stadlern, Gerald Reiter, Veranstalter des Wettbewerbs (Ausschreibung und Anmeldeformular auf der Homepage des WSV-Schönsee www.wsvschoensee.de).

In den ersten Jahren waren nur wenige Läufer von der deutschen Seite dabei, zuletzt steigerte sich das Interesse. Den Startschuss in Stadlern wird am 20. August um 11 Uhr Bürgermeister Gerald Reiter gegeben. Zuvor erhalten die Starter im Sportheim die Startnummern.

Auch Nachmeldungen werden bis spätestens eine halbe Stunde vor dem Start im Stadlerner Sportheim angenommen. Für die Gemeinde Stadlern sind die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die guten Beziehungen zu den tschechischen Nachbargemeinden unerlässlich. Der Paneuropa-Halbmarathon unterstreicht die sportlichen Verbindungen und erinnert an den Grafen Coudenhove-Kalergi, Schlossbesitzer in Ronsperg und Gründer der Paneuropa-Bewegung (Kasten).

Richard Nikolaus Coudenhove-KalergiRichard Nikolaus Coudenhove-Kalergi war der Sohn von Heinrich von Coudenhove-Kalergi, "Geschäftsträger der K.u.K.-Monarchie in Japan, und seiner Frau Mitsuko Aoyama. Coudenhove-Kalergi wurde in Tokio geboren, die Familie übersiedelte aber schon bald in das elterliche Schloss Ronsperg in Westböhmen, wo der Sohn von Privatlehrern unterrichtet wurde. Sein Vater, der 16 Sprachen beherrschte, unterrichtete ihn in Russisch und Ungarisch. Später studierte Coudenhove-Kalergi Philosophie und Geschichte, promovierte in Philosophie. Nach dem Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie nahm er zuerst die tschechoslowakische und später die französische Staatsbürgerschaft an.

Während des Zweiten Weltkrieges wanderte er in die Schweiz, und dann nach Amerika aus. Schon der Erste Weltkrieg weckte Coudenhove-Kalergis Interesse für Politik, er empfand ihn als Bürgerkrieg zwischen Europäern und Katastrophe erster Ordnung. Dem setzte er die visionäre Idee von "Pan-Europa" entgegen; sie wurde zum Lebensthema des jungen Mannes, der dazu auch ein programmatisches Buch verfasste. Es entstand die älteste europäische Einigungsbewegung, der beispielsweise Albert Einstein, oder Konrad Adenauer angehörten. Coudenhove-Kalergi gilt als Vordenker der europäischen Idee. Die Paneuropa-Union wurde im nationalsozialistischen Deutschland verboten, das bedeutete für den Visionär ein Emigranten-Dasein. In den USA lehrte er später Geschichte an der New York Universität und gründete die Europäische Parlamentarier-Union (EPU). Am 18. Mai 1950 erhielt Kalergi als erster den Karlspreis der Stadt Aachen für sein Lebenswerk. Er war es auch , der die "Ode an die Freude" als Hymne für den Europarat vorschlug.
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