Großübung der Feuerwehren im Schönseer Land
Durchblick im Qualm

Die Feuerwehren brachten ihre Drehleiter vor dem Heim Drechselberg in Position. Gemeinsam meisterten sie die komplexe Übung, bei der Wasser über eine längere Strecke gepumpt werden musste und auch fünf Vermisste aufzuspüren waren. Bild: gl
Vermischtes
Schönsee
09.06.2016
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"Unklare Rauchentwicklung und fünf vermisste Personen": Dieser Funkspruch war die Ausgangslage für einen Großeinsatz der Feuerwehren im Schönseer Land. Allerdings handelte es sich dabei nicht um einen Ernstfall, sondern eine Übung.

Der Anblick der Feuerwehr-Fahrzeuge und das Heulen der Sirenen sorgte für Aufmerksamkeit. Die Alarmierung zum Einsatz an der Sozialtherapeutischen Einrichtung Haus Drechselberg war über die Integrierte Leitstelle (ILS) in Amberg gekommen: eine Übung für die Teams im Bereich von Kreisbrandmeister Christian Weinfurtner.

Die einzelnen Feuerwehren rüsteten sich aus und begaben sich an den von Einsatzleiter Hubert Flöttl, Kommandant der Feuerwehr Schönsee, festgelegten Bereitstellungsraum. Treffpunkt war der Parkplatz am Moorbad. Nach und nach wurden durch den Einsatzleiter die einzelnen Feuerwehren an den für sie bestimmten Platz geholt.

Mit Atemschutz


Im Vordergrund stand die Suche nach den fünf vermissten Personen, die sich noch im Gebäude aufhalten sollten. Hier mussten die Feuerwehren, die Atemschutzgeräteträger stellen konnten, unter schwerem Atemschutz in das Haus eindringen und sich auf die Suche begeben. Hilfreich war dabei die Wärmebildkamera der Schönseer Wehr. Des Weiteren bestand ihre Aufgabe darin, die unklare Rauchentwicklung zu erkunden und eventuell zu löschen. Parallel dazu war die Feuerwehr Schwand/Laub mit dem Ansaugen aus dem Moorbad beschäftigt. Von dort wurde das Wasser unter Regie der Feuerwehr Gaisthal auf Höhe des Fußballplatzes per Pumpe weiterbefördert. Auch ein Trupp aus Weiding unterstützte sie dabei mit einer Pumpe. Immerhin musste das Wasser entlang der Böhmerwaldstraße über 850 Meter und einem Höhenunterschied von 44 Meter transportiert werden.

Am Einsatzort selbst war die Feuerwehr Schönsee mit ihrem "HLF 20" vor Ort um die fiktive Brandbekämpfung zu koordinieren. Die Feuerwehr Stadlern sollte sich um das angenommene Feuer auf der Rückseite des Hauses kümmern. Die Drehleiter wurde entsprechend an der Vorderseite positioniert, damit die auf gefundenen Personen mittels der Leiter gerettet werden konnten. Sie wurden dann zur Erstversorgung an ausgebildete Mitglieder übergeben.

Aus Fehlern lernen


Innerhalb kürzester Zeit stand die Wasser-Förderstrecke, und die fünf vermissten Personen waren alle in Sicherheit. Einsatzleiter Hubert Flöttl wurde unterstützt von Stellvertreter Bernhard Wild und Xaver Bayer sowie dem Kommandanten Gerhard Ebnet, der für die Wasserversorgung verantwortlich war. Bei der Abschlussbesprechung bedankte sich Hubert Flöttl bei den 60 Feuerwehr-Mitgliedern, die ihre Freizeit für die Sicherheit anderer opfern, und bei der Einrichtung, die den Übungsplatz zur Verfügung gestellt hatte. Sinn einer solchen Übung sei es, Fehler zu vermeiden. Außerdem könne man sich so mental auf ähnliche Fälle vorbereiten. Diesen Worten schloss sich Kreisbrandmeister Weinfurtner an. Er betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit unter den Feuerwehren ist. Nur gemeinsam könne man das beste erreichen.
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