Interessensgemeinschaft „Grenzsteig-Wandertouren Oberpfalz“ gegründet
Lesestein-Mauern am Hadriwa

Hier schweift der Blick vom Hadriwa-Kamm bei Elisabethszell in die Donauebene. Bild: hfz/Gomera-b
Vermischtes
Schönsee
11.02.2016
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Die erst im Oktober neu gegründete Interessensgemeinschaft "Grenzsteig-Wandertouren Oberpfalz" war wieder mal auf geschichtlicher Entdeckungstour, dieses mal im Bayerischen Wald. Wanderführer Ernst Meindl aus Schönsee führte die 28 Teilnehmer auf den legendären Höhenzug des Hadriwa zur Gemeinde Elisabethszell/Haibach in der Nähe des Waldwipfelweges in die Ferienregion St. Englmar. Die Mitglieder kommen von Orten aus den ehemaligen Altlandkreisen Oberviechtach und Vohenstrauß.

Mit 922 Metern Höhe ist der Hadriwa ein bekannter, vollständig bewaldeter Höhenzug bei dem um 1900 durch die Urbarmachung des Bayerischen Waldes der Wald gerodet wurde. Nach der Rodung des Waldes mussten die Blockschutt- und felsreichen Hänge entsteint werden. Die Felsen wurden an den Grundstücksgrenzen abgelagert oder zur Terrassierung besonders steiler Hänge zu aufwendigen Mauern aufgeschichtet. Da früher noch mehr Ackerbau betrieben wurde, fielen laufend herausgepflügte größere und kleinere Steine an.

So entstanden auf neun Kilometern Länge sogenannten Lesestein-Mauern und Lesestein-Wälle, die fast nur am Hadriwa zu finden sind. Hauptsächlich dienten sie als Weidezäune und Grundstücksgrenzen. Am Wanderweg um den Hadriwa befinden sich außerdem noch die Grundmauern eines alten Gehöftes, das noch bis 1968 bewirtschaftet wurde. An einem Baum des Standortes erinnert ein Holztaferl mit der Inschrift "Hier hauste einst die Hadriwa-Kathl - viele Steine gab's und wenig Brot!" Zur Einkehr wurde die Gruppe schon von der Wirtin der Hanslhütte erwartet.
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