Jagdgenossenschaft zieht Bilanz
Straßenverkehr erlegt viele Tiere

Vermischtes
Schönsee
24.03.2016
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Die Wildschäden halten sich in Grenzen, dafür fallen Reh, Fuchs und Co in hoher Zahl dem Straßenverkehr zum Opfer. Die Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft Schönsee verdeutlichte, dass der Abschussplan nicht nur von Jägern geschrieben wird.

Die Grundbesitzer der in zwei Jagdbögen aufgeteilten Jagdfläche hatten sich im Gasthof Haberl versammelt. In seinem Tätigkeitsbericht nannte Jagdvorsteher Josef Haberl den Besuch der Hegeschau und eines Jägerstammtisches in Lindau. Das forstwirtschaftliche Gutachten sei positiv ausgefallen, so dass das Vorstandsgremium am 19. Februar die Fortschreibung des dreijährigen Abschussplanes beschlossen habe.

Haberl informierte über eine Feststellung des Landratsamtes bezüglich eines Kreisjägermeisterbeschlusses aus dem Jahr 1935: Damals war eine Teilfläche in Lindau ausgegliedert worden, diese wird seither durch das Staatliche Forstamt Flossenbürg bejagt. Und dieser Beschluss könne nicht aufgehoben, die Fläche nicht zurückgegliedert werden.

Amt stellt Grenze fest


Für Wildschäden in einem Haferfeld wurden 75 Euro und für Schäden in einem Maisfeld 245 Euro ausbezahlt. Josef Haberl informierte noch, dass zwei weiteren Mitgehern die Jagderlaubnis erteilt wurde. Im Bereich Rosenhof müsse für eine Fläche von vier Hektar eine Grenzfeststellung beim Vermessungsamt vorgenommen werden.

In seinem Kassenbericht bezifferte Hans Zach den Reinertrag für das laufende Jahr auf 3,62 Euro pro Hektar. Über die Verwendung soll im kommenden Jahr entschieden werden. Unter dem Punkt "Wünsche und Anträge" wurden von einem Jagdgenossen Schälschäden durch Rotwild im Bereich Drechselberg reklamiert. Nachdem dieser Bereich eigentlich als "rotwildfrei" deklariert ist, wurde angenommen, dass es sich um durchziehende Tiere handelt. Diese sollten von den Jägern erlegt werden.

Für den Jagdbogen I zog Pächter Alexander Flierl Bilanz nach einjährigem Pachtverhältnis. Er berichtete von einem guten und unkomplizierten Verhältnis zum Vorpächter und Jagdvorsteher sowie zur Stadt Schönsee. Es erfülle ihn mit Freude, die Jagd in der Heimat ausüben zu können. Positiv äußerte sich auch Mitpächter Ludwig Maier, der aber bedauerte, dass viel Wild dem Straßenverkehr zum Opfer fällt.

Zeitaufwendige Pirsch


Ähnliches berichtete Michael Ebnet für Jagdbogen II: Die Erledigung des Abschussplanes erfolge überwiegend durch den Straßenverkehr. Nach den bisherigen hohen vorgegebenen Abschussauflagen sei nur noch wenig Wild zu sehen, worunter die Erlebniserwartung der Jäger und Naturfreunde leide. Unterschiedliche Ergebnisse erbringe die zeitaufwendige Bejagung von durchziehendem Schwarzwild. Nach kurzer Diskussion über die Wildschäden schloss der Jagdvorsteher die Versammlung.
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