Jetzt steht wieder eine Kapelle in Plöß
Ein neuer Ort für die Erinnerung

Ruhestandsgeistlicher Josef Thomis (links) und Jesuitenpater Cyril John (Mitte) segneten die neu errichtete Kapelle in Plöß und feierten den ersten Gottesdienst auf dem Gelände der 1951 zerstörten Kirche. Bild: mmj
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Schönsee
26.06.2016
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Im 18. Jahrhundert befand sich eine Kapelle in Plöß. Die Grundsteinlegung für eine Kirche war am 28. September 1904, die Weihe des Gotteshauses erfolgte auf den Tag genau zwei Jahre später. Am 5. Juni 1951 wurde diese Kirche niedergebrannt. Jetzt steht dort eine neue Kapelle.

-Friedrichshäng/Plöß. Für ehemalige Bewohner der Pfarrei Plöß (Ples) war der vergangene Samstag ein besonderer Tag. Auf dem Gelände im Bereich der früheren Kirche weihten Ruhestandspriester Josef Thomis (Landau an der Isar) und der tschechische Pater Cyril John vom Jesuitenhaus in Prag die neu errichtete Kapelle. Bei der Segnung und dem anschließenden Gottesdienst waren viele Gläubige aus dem deutsch-tschechischen Grenzgebiet dabei. Der Initiative von Marek Hrusa, dem Besitzer des Gasthauses in Plöß, ist es zu verdanken, dass die Kapelle dort erbaut wurde.

Hier gelebt und gearbeitet


In seiner Begrüßung bezeichnete Pfarrer Thomis die Kapelle als Andenken an eine größere Kirche, die im Ort einmal gestanden hat. Sie erinnere aber auch an die Menschen, die hier früher einmal gelebt und gearbeitet haben. Der Dank beider Geistlichen galt denen, die die Kapelle errichtet haben sowie allen Verstorbenen der ehemaligen Pfarrei.

In seiner Predigt deutete Pater Cyril das Wort Kirche, das für Gebäude und gleichermaßen für Gemeinschaft stehe. Die Kirche sei ein Ort des Gebetes und bilde insgesamt eine große Gemeinschaft. In Böhmen, so der Pater, stehen viele kleine Kapellen, jede davon habe ihre eigene Geschichte. Mit dem heutigen Tag fange die Geschichte der neu errichteten Kapelle in Plöß an. In den Fürbitten, in deutscher Sprache von Renate Wild vorgetragen, wünschte man sich dauerhaften Frieden unter den Völkern.

Kleinod findet Anerkennung


Für den Heimatverein Plöß erinnerte amtierender Vorsitzender Michael Lutz (Bayreuth), an die Kirchengeschichte des ehemaligen Ortes. Er dankte allen, die sich beim Bau der Kapelle engagiert haben, besonders Marek Hrusa. Von allen Seiten gab es nach dem Gottesdienst Anerkennung für das neue Kleinod, das bei den ehemaligen Bewohnern Erinnerungen an Kindheit und Jugend weckte.

Die Dietersdorfer Altmusikanten begleiteten den Gottesdienst musikalisch und sorgten mit "Großer Gott wir loben Dich" und dem Böhmerwald-Lied für einen geeigneten Abschluss der Zeremonie.
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